Die Vereinsgelände an der Lettkaut bleiben erhalten, obwohl der Sportpark vergrößert wird.

Lettkaut in Dreieich

Die Kleingärten bleiben unangetastet

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Der Magistrat hat eine Vorplanung für die Lettkaut in Dreieich vorgestellt. Der Sport wird dort zu seinem Recht kommen, die umstrittene Großlösung ist aber passé.

Kleingärtner, Geflügel- und Brieftaubenzüchter im Dreieicher Stadtteil Sprendlingen können aufatmen: Sie werden ihre Vereinsgelände behalten – auch wenn der SC Hessen Dreieich seinen Hahn Air Sportpark vergrößern und eine Sportakademie mit Übernachtungsmöglichkeit errichten will. Am Dienstagabend stellte der Magistrat in einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie vor, wie die ersten Planungen für die 17,4 Hektar an der Lettkaut aussehen.

Ursprünglich wollten die beiden Dreieicher Unternehmer Hans Strothoff und Hans Nolte – der Mäzen des SC Hessen Dreieich – in der Lettkaut eine deutsch-chinesische Fußballakademie und die Internationale Schule ansiedeln. Für den Bau der Schule hätte der Großteil der Kleingärten weichen müssen. Im September vorigen Jahres waren die ehrgeizigen Pläne für den internationalen Sport-, Bildungs- und Freizeitcampus dann aber plötzlich vom Tisch. Den Investoren lief die Zeit davon, zu vehement hatten sich die betroffenen Vereine gegen das „Leuchtturmprojekt“ gewehrt, das zusammen mit Eintracht Frankfurt verwirklicht werden sollte.

„Der ursprünglich große Ansatz wird nicht weiter verfolgt“ – bei diesen Worten von Bürgermeister Martin Burlon ist so manchem Kleingärtner auf den Zuhörerplätzen am Dienstagabend sicher ein Stein vom Herzen gefallen. Das Thema Sport, Bildung und Freizeit bleibe in dem Geltungsbereich zwar aktuell, aber es sei nun die „kleine Lösung“, die in der Lettkaut zum Tragen kommen wird.

Die „kleine Lösung“ heißt trotzdem mehr Sport an der Lettkaut: Der SC Hessen und die Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM) wollen eine Sportakademie mit Übernachtungsmöglichkeit entstehen lassen. 40 bis 50 Betten sind geplant.

Auf dem vereinseigenen Gelände des SC Hessen Dreieich sieht der erste grobe Vorentwurf eine Sporthalle vor, für die die derzeitige Multifunktionsfläche weichen muss. „Für die Sporthalle ist eine Dach- und Fassadenbegrünung angedacht“, erklärte Stadtplanerin Kerstin Landsdorf, dass sich das Gebäude in die Landschaft einfügen wird. Das Verwaltungsgebäude des Vereins soll erweitert werden, zwei weitere Gebäude sind dort darüber hinaus geplant.

Südlich des Hahn-Air-Sportparks, der Spielstätte des Regionalligisten SC Hessen Dreieich, werden ein Großspiel- und ein Kleinspielfeld als reine Rasenspielflächen entstehen. Das Gelände ist laut Bürgermeister Burlon „in diversem Eigentum“, gehört aber überwiegend der Stadt, die die Flächen nicht verpachten, sondern gerne verkaufen würde. Ein Eigentumsübergang an die Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM), die hinter dem SC Hessen Dreieich steht, sei also möglich – vorausgesetzt, die Stadtverordneten stimmen dem Verkauf auch zu. Auf dem angrenzenden Areal sind zusätzliche Parkplätze angedacht. Die Fläche gehört der Stadt. „Die Ackerflächen im Süden des Plangebiets sowie die Biotopfläche an der Ostseite werden erhalten bleiben“, so Dieter Herrchen von Herrchen & Schmidt Landschaftsarchitekten aus Wiesbaden. Der vergrößerte Sportpark und die geplante Sportakademie sollen nach wie vor über die Darmstädter Straße und die Straße an der Lettkaut erschlossen werden.

Obwohl der Zoologe schon den Bestand der Tierwelt aufgenommen hat und eine fachgutachterliche Stellungnahme zur Geohydrologie bereits beauftragt wurde, ist das alles noch nicht in Stein gemeißelt. Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange werden erst einmal ihre Stellungnahme zum Vorentwurf abgeben. Nach der Einarbeitung in die Unterlagen folgt der eigentliche Plan, und nach der Sommerpause werden die Bürger erneut informiert.

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