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Der Ultramarathon des Rodgau Lauftreffs hat in den vergangenen 20 Jahren immer mehr Anhänger gefunden. 

Rodgau

50 Kilometer im Laufschritt

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Seit 20 Jahren veranstaltet der Rodgau Lauftreff einen Ultramarathon, der mittlerweile der teilnehmerstärkste 50-Kilometer-Lauf Deutschlands ist.

Für die meisten Menschen unvorstellbar: 50 Kilometer am Stück im Laufschritt zurücklegen. Umso mehr erstaunt es, welche Dimensionen der Ultramarathon des Rodgau Lauftreff e. V. (RLT) erreicht hat: Rund 850 Läuferinnen und Läufer werden am kommenden Samstag, 25. Januar, auf die 50-Kilometer-Strecke rund um den Rodgauer Stadtteil Dudenhofen gehen. Vor 20 Jahren fiel der Startschuss noch für ein Zehntel der Teilnehmer: Für die erste Auflage im Jahr 2000 hatten sich gerade einmal 86 Starter gemeldet, von denen 68 das Ziel erreichten. Jetzt ist der Ultramarathon des RLT der teilnehmerstärkste 50-Kilometer-Lauf in ganz Deutschland.

Gerhard Walper, früherer RLT-Sportwart, rief das sportliche Großevent vor zwei Jahrzehnten ins Leben. Er sei selbst 170 Marathons und 93 „Ultras“ gelaufen, erzählt Bärbel Fischer, Pressewartin des RLT. Walper habe damals die Idee gehabt, deutschlandweit den ersten Ultramarathon des neuen Jahrtausends anzubieten. Seinerzeit habe es im Januar nirgends eine solche Veranstaltung gegeben. „Jahrelang waren wir in Deutschland stets der erste Lauf im neuen Jahr“, sagt Fischer. Das erklärt auch die Dimensionen, die der RLT-Ultramarathon mittlerweile erreicht hat: „Die Idee griff sehr gut, weil ein Ultraläufer das ganze Jahr ohne Winterpause läuft“, so Fischer.

Ein Erfolgsrezept war es auch, dass das Startgeld so niedrig ist. „Früher waren es 25 Euro, jetzt verlangen wir 27 Euro“, sagt die Pressewartin. Kein Vergleich zu anderen ähnlich großen Läufen. „In der Schweiz zahlt man beispielsweise 180 Euro Startgebühr.“ Der RLT habe keine Eventagentur beauftragt, mache alles selbst, deshalb könne er das Startgeld niedrig halten, so Fischer. Das heißt: Von den 200 Vereinsmitgliedern helfen jedes Jahr 100 beim Ultramarathon – vom Kuchenbacken bis hin zum Säubern der TSV-Turnhalle nach der Veranstaltung.

Der Ultramarathon

Der Start zum Ultramarathondes Rodgau Lauftreffs (RLT) erfolgt am Samstag, 25. Januar, um 10 Uhr an der Freizeitanlage Gänsbrüh, Zur Gänsbrüh 1, in Rodgau-Dudenhofen.

Die Teilnehmerlaufen zehn Runden à 5 Kilometer. Die Strecke ist flach und führt durch Wald und Feld.

Voranmeldungensind noch bis morgen, Mittwoch, auf www.rlt-rodgau.de möglich.
Das Startgeldbeträgt 27 Euro bei Voranmeldung. Bei Nachmeldungen, die am Veranstaltungstag bis 9.30 Uhr möglich sind, fällt ein erhöhtes Startgeld von 40 Euro an.

Ausgabe der Startunterlagenist von 7.30 bis 9.30 Uhr im Vereinsheim des TC Blau-Weiß, Forsthausstraße 9.

Die Siegerwerden um 16 Uhr in der TSV-Turnhalle, Forsthausstraße 11, geehrt. 

Dass der RLT den Läufern auch quasi jeden Wunsch von den Lippen abliest, hat sich im Lauf der Jahre ebenfalls herumgesprochen. „Wir haben selbst einige Ultraläufer im Verein, die an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen und dabei sehen, woran es dort mangelt“, sagt Fischer.

Mittlerweile ist der RLT-Lauf nicht mehr der erste im Jahr. Deutschlandweit seien aktuell schon vier Ultramarathons veranstaltet worden, so die RLT-Pressewartin – alles kleinere Einladungsläufe. Die Rodgauer Veranstaltung ist aber nach wie vor der erste große 50-Kilometer-Lauf für alle. Und bis aufs Jahr 2013 hatte man in den Vorjahren immer gutes Wetter, so Fischer.

Mehr als 780 Läufer aus 20 Nationen sind diesmal schon vorangemeldet. Einige davon werden wieder mit Rucksack unterwegs sein, blickt Fischer voraus, weil sie den Lauf als passende Vorbereitung für den Marathon des Sables sehen, den 230-Kilometer-Lauf durch die marokkanische Sahara. „Wir hatten schon Sieger aus Japan und Finnland sowie eine Siegerin aus Amerika, die gerade im Land war“, sagt sie. Auch eine Mannschaft aus der Ukraine nahm einige Jahre lang teil.

Den Streckenrekord hat aber ein Deutscher inne: Benedikt Hoffmann von der TSG Heilbronn absolvierte die 50 Kilometer im Jahr 2018 in 2:56,18 Stunden.

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