Kreis Offenbach

Keine Vorgaben fürs Schulessen im Kreis Offenbach

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Der Antrag der Linken, in den Schulküchen im Kreis Offenbach sollten Bioprodukte Verwendung finden, ist im Kreistag durchgefallen.

Schulessen soll nach Meinung der Linken im Kreis Offenbach künftig bestimmte Kriterien erfüllen: Die Mahlzeiten sollen grundsätzlich mit Produkten aus ökologischer Landwirtschaft gekocht sein, die aus der näheren Umgebung kommen. Um das durchzusetzen, wollten sie den Kreisausschuss beauftragen, eine Richtlinie für Schulessen im Kreis Offenbach zu erarbeiten. Der Antrag fiel im Kreistag aber durch; nur ein Vertreter der Grünen konnte sich dafür erwärmen.

Der Standard des EU-Bio-Siegels solle sowohl in den Frischküchen von „selbstkochenden“ Schulen als auch bei der Auftragsvergabe an Catering-Unternehmen gelten, meinten die Linken. In künftigen Ausschreibungsverfahren für Schulessen-Catering solle es ein verbindliches Kriterium sein, den EU-Bio-Standard einzuhalten. „Ernährungsmuster werden in jungen Jahren geprägt“, begründete Jona Löbcke den Antrag seiner Partei.

Außerdem müssten die Lieferwege möglichst kurz gehalten werden. „Zum Teil legt das Schulessen 40 bis 50 Kilometer zurück, an der Rodgauer Heinrich-Böll-Schule sogar 120 Kilometer“, so Löbcke. Jutta Kegelmann (CDU) widersprach ihm: An der Heinrich-Böll-Schule werde das Essen mittlerweile aus dem Rodgau geliefert.

Lieferwege von mehr als 20 Kilometern seien grundsätzlich auszuschließen, heißt es im Antrag der Linken. Aber auch Sonderregelungen sollten nach dem Willen der Linken möglich sein – etwa um den Bio-Standard schrittweise umzusetzen, damit der langjährige Caterer nicht verärgert wird, oder wenn Allergien besondere Anforderungen an das Schulessen stellen.

Anna Kristina Tanev (SPD) sprach von einem Eingriff in die schulische Selbstverwaltung. „Wir können das den Schulen nicht vorschreiben.“ Rudolf Schulz (Freie Wähler) sah zwei Probleme: Bio-Produkte hätten ihren Preis, seien oft doppelt so teuer, und „die Schulgemeinschaften müssen das auch wollen“.

Der Kreis Darmstadt-Dieburg hat übrigens solche Vergaberichtlinien fürs Schulessen festgelegt. Dort gibt es ein Punktesystem für die Frische der Ware, kurze Transportwege und regionale Lebensmittel. Wer die meisten Punkte bekommt, erhält den Zuschlag. Mindestens zehn Prozent der Produkte sollen aus ökologischer Landwirtschaft stammen.

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