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Der Fähranleger in Seligenstadt bleibt noch bis Ende kommender Woche verwaist.

Seligenstadt

Keine Fähre von Seligenstadt über den Main nach Bayern

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Die Fährverbindung von Seligenstadt ins bayerische Karlstein ist wegen Corona eingestellt worden. Die Stadt lässt das Schiff aktuell in einer Werft generalüberholen.

Seit vier Wochen gibt es keine Fährverbindung mehr zwischen Hessen und Bayern. Die Stadt Seligenstadt hatte den Fährverkehr nach Karlstein auf der bayerischen Mainseite am 16. März wegen Corona eingestellt und die Fähre im Anschluss zur Generalüberholung in die Werft geschickt. Frühestens am 4. Mai werde sie wieder in Betrieb genommen, hieß es am Freitag aus dem Rathaus.

In Bayern galten noch striktere Ausgangsbeschränkungen als in Hessen. Gemeinsam an die frische Luft durfte man dort nur mit Personen des eigenen Hausstands, und die Wohnungen durften man ohne triftigen Grund nicht verlassen. Für die Fähre der Stadt Seligenstadt bedeutete diese weitreichende Kontaktsperre: Zwangspause.

Die Stadt nutzte den zwangsangeordneten Stillstand, um die Fähre früher als ursprünglich geplant in die Werft zu schicken. Statt am 15. April schipperte das Schiff schon am 6. April stromaufwärts zur Generalüberholung nach Erlenbach im Landkreis Miltenberg. Ende kommender Woche werde die Fähre die Werft wieder verlassen, teilte die Stadt auf FR-Nachfrage mit.

Vor ihrer Reise in die Schiffswerft in dem unterfränkischen Landkreis hatten die Mitarbeiter der Stadtwerke kräftig Hand angelegt. Da sie früher als geplant agieren konnten, war mehr Eigenleistung möglich, wodurch die Stadt kräftig bei den Fremdleistungen sparte. Ursprünglich waren für die Generalüberholung im kommunalen Wirtschaftsplan rund 75 000 Euro angesetzt.

Die Stadt muss die Betriebserlaubnis von der Schiffsuntersuchungskommission verlängern lassen. Da die letzte Generalüberholung der 1971 in Betrieb genommenen Fähre schon fünf Jahre zurückliegt, sind viele Arbeiten notwendig, die die Stadtwerke auf einer langen Liste zusammengestellt hatten. Unter anderem wird der Boden des Schiffes mit Spezialmessgeräten inspiziert, die stark beanspruchten Teile werden auf Verschleiß untersucht und die Motoren sowie hydraulischen Vorrichtungen werden überprüft und notfalls ersetzt.

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