Rodgau

Keine Extrawurst für Hunde aus dem Tierheim

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60 Euro verlangt die Stadt Rodgau an Steuern für einen Hund - auch, wenn er aus dem Tierheim kommt. 

Wer in Rodgau einen Hund hält, zahlt im Vergleich zu anderen Städten wenig: Rodgau verlangt 60 Euro für den Ersthund, Dietzenbach 80 Euro, Offenbach 90 Euro, Langen 108 Euro, Rödermark gar 120 Euro.

Trotzdem sorgte die Hundesteuer am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung für Diskussionen: Der Magistrat hatte eine Satzungsänderung vorgeschlagen, in der die einjährige Steuerbefreiung für all jene wegfallen sollte, die einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen.

Damit war der Wählerverein „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) nicht einverstanden und stellte den Änderungsantrag, den Passus beizubehalten. Für rund 50 Tierheim-Hunde habe die Stadt bisher jährlich rund 3000 Euro Steuer erlassen, sagte Johannes Pickert. Das sei wenig im Vergleich zu dem Betrag, welcher der Stadt durch nicht angemeldete Hunde durch die Lappen gehe. Geschätzt seien dies 10 bis 20 Prozent – oder 15 000 bis 30 000 Euro pro Jahr. Im übrigen sei Rodgau dann neben Egelsbach die einzige Kommune im Kreis Offenbach, die Tierheimhunde nicht von der Steuer befreie.

Beim Rest der Stadtverordneten biss die ZmB-Fraktion mit ihrem Änderungsantrag aber auf Granit: Sie votierten für die vom Magistrat vorgeschlagene Satzungsänderung – und damit gegen die befristete Steuerbefreiung für Tierheimhunde.

Die Begründung für das Mehrheitsvotum war in der Vorlage zu finden: Über vereinsähnlich organisierte Händler oder Tierschutzvereine aus dem In- und Ausland würden Hunde aus osteuropäischen Ländern oder Straßenhunde aus Spanien eingeführt und an hiesige Hundehalter abgegeben. „Wir wollen nicht fördern, dass Hunde aus dem Ausland importiert werden“, sagte Karl-Heinz Dauth (Rodgauer Liste).

Im übrigen ist in der geänderten Satzung ein neuer Passus enthalten: Hundehalter, die ihrem Hund keine Hundesteuermarke anhängen, müssen künftig ein Ordnungsgeld von 30 Euro bezahlen.

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