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Sophie, Lisa, Kiona, Aceyla und Mehmet aus dem Kindergarten Pestalozzistraße in Urberach sind schon weiter als viele Gleichaltrige - sie haben dank eines spielerischen Schwimmkurses keine Angst vor dem Wasser.

Rödermark

Keine Angst vor dem Wasser

Wenn in der Grundschule die ersten Schwimmstunden anstehen, haben manche Kinder noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen - das will ein Rödermärker Verein ändern. Von Maurice Farrouh

Von Maurice Farrouh

Mit Wasser kennt sich Sophie schon ganz gut aus. Sie kann hineinspringen, sich auf einer großen Schaumstoffnudel treiben lassen und unter Wasser die Augen aufmachen. Auch Lisa, Kiona, Aceyla und Mehmet können das bereits. Damit sind die Kinder aus dem Kindergarten Pestalozzistraße schon weiter als viele Gleichaltrige.

"Guck mal Aaron, ich kann sogar n' Handstand unter Wasser", sagt Sophie. Aaron von Soosten-Höllings ist derjenige, der ihnen all das beigebracht hat. Einmal in der Woche kommt der 21-jährige Trainer vom Verein zur Förderung des Schwimmsports mit der Gruppe ins Badehaus zum Schwimmtraining. Vor drei Wochen ist das Pilotprojekt gestartet, vorerst mit Gruppen aus drei Kindergärten in Urberach. Weitere sollen folgen.

"Viele Kinder sind im Schwimmunterricht in der Schule völlig überfordert", sagt Anne von Soosten-Höllings, Vereins-Leiterin und Mutter des Trainers. Denn wenn in der zweiten oder dritten Klasse die ersten Schwimmstunden anstehen, haben manche Kinder vorher noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen, weiß die Vereins-Chefin. "Dann reichen die zehn bis 15 Stunden auf dem Lehrplan bei weitem nicht aus."

Spielend gewöhnen sich die Kinder ans Wasser

Allein acht Stunden dauere es in der Regel, bis die Kinder ihre Angst verloren und sich an das Wasser gewöhnt haben. "Wenn sie hingegen schon im Kindergarten spielerisch an das fremde Element herangeführt werden, haben sie es später bedeutend leichter."

Aber nicht nur im Hinblick auf den Schwimmunterricht in der Schule sollen die Kinder von dem Projekt profitieren. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass Schwimmen noch viele weitere positive Effekte auf Kindergartenkinder hat. "Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass Bewegung die Sprachentwicklung unterstützt", sagt Anne von Soosten-Höllings. Außerdem schule es die Motorik und stärke das Selbstbewusstsein. Das Projekt zielt nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf ihre Erzieherinnen: Sie bekommen Übungen und Spiele für ihre Arbeit mit den Kindern gezeigt.

Weil nicht alle Kinder unter gleichen Voraussetzungen in das Projekt starten, gibt es verschiedene Gruppen. Besonders förderbedürftige Kinder gehen ein halbes Jahr lang wöchentlich zum Schwimmen. Für die anderen dauert der Kurs sechs Wochen.

Finanziert wird das Projekt vorerst aus Mitteln eines Förderpreises der Sparkasse Dieburg. "Die hat 1700 Euro zur Verfügung gestellt. Damit kommen wir erstmal aus", sagt die Leiterin. Unterstützung gibt es auch von der Stadt Rödermark: Zu den Schwimmstunden ist der Eintritt für die Kinder kostenlos. "Wir freuen uns, dass wir das Projekt unterstützen können", sagt Badehausleiter Simon Nothelfer. Langfristig profitiere die Stadt auch davon, wenn Kinder Spaß am Schwimmen finden.

www.vfs-roedermark.de

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