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Keine Angst vor großen Hunden

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Von: Annette Schlegl

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Tim -  hier mit Frauchen Christina Braun - und seine vierbeinigen Freunde wollen wirklich nur spielen.
Tim - hier mit Frauchen Christina Braun - und seine vierbeinigen Freunde wollen wirklich nur spielen. © Peter Jülich

Kinder sollen in Dietzenbach lernen, wie man mit einem Hund umgeht. Der Waldkindergarten Hoppetosse und der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde haben dazu eine Kooperation beschlossen.

Stellvertretend für seine Spezies steht Tim Modell. Tim ist groß, langhaarig, kinderliebend – und Hund. Er ist einer der Vierbeiner, der bei den Kindern des Waldkindergartens Hoppetosse bald neue Freunde finden wird. Der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde Dietzenbach und der Dietzenbacher Hort starten nämlich eine Kooperation. Die Kinder sollen so lernen, wie man sich im Umgang mit Vierbeinern verhält.

Der Waldkindergarten Hoppetosse hat ein Problem: Der Bring- und Abholplatz an der Schieflache liegt direkt am Waldeingang – und damit dort, wo viele Hundebesitzer ihre Vierbeiner zum Gassi gehen ausführen. „Viele Kindergartenkinder haben Angst vor Hunden“ erzählt Christina Braun, Frauchen von Tim und gleichzeitig erste Vorsitzende des Vereins für Schutz- und Gebrauchshunde. „Hunde finden Kinder aber toll.“

Das Ergebnis: Die Hunde laufen auf die Kinder zu, die Kinder bekommen es mit der Angst zu tun und rennen weg. Das wiederum löst beim Hund den Jagdinstinkt aus. Hunde reagieren auf sich bewegende Beuteobjekte mit Jagdverhalten.

„Die Erzieherinnen haben die Gassigeher gebeten, ihren Hund an die Leine zu nehmen“, sagt Christina Braun. In Hessen besteht allerdings keine generelle Anleinpflicht im Wald. Deshalb reagierten einige Hundehalter mit Unverständnis – und sogar mit Antworten wie: „Nehmen Sie doch die Kinder an die Leine.“

Vor mehr als vier Jahren hatte das Deutsche Rote Kreuz in dieser Angelegenheit schon einmal die Initiative ergriffen. Mitglieder der Suchhundstaffel waren mit ihren Vierbeinern an der Schieflache unterwegs. „Allerdings war das nur eine einmalige Aktion“, sagt Braun.

Kein Schwanzziehen und Umarmverbot

Deshalb springen jetzt die Mitglieder des Hundevereins jährlich in die Bresche. Schon lange kooperiert der Verein mit der Regenbogenschule.

Alle zwei Jahre wird dort kurz vor den Ferien eine Projektwoche veranstaltet, in der die Lehrer unter anderem das Thema Hund aufgreifen. „Ich komme dann mit meinem Tim in die Schule und führe den Film über die zwölf goldenen Regeln im Umgang mit Hunden vor“, erzählt Braun. Tags darauf sind die Schüler auf dem Hundeplatz in der Offenthaler Straße zu Besuch und laufen mit den Hunden über einen kleinen Parcours.

Ähnliches sollen nach den Sommerferien auch die Jungen und Mädchen des Waldkindergartens Hoppetosse erleben. Die Vereinsvorsitzende plant an einem Vormittag einen „lebendigen“ Unterricht mit etwa zehn Vierbeinern – vom kleinen wuscheligen Malteser bis hin zur ausgewachsenen Deutschen Dogge.

Die Kinder sollen praktisch ausprobieren, wie man sich richtig verhält: Nicht wegrennen, sondern stehenbleiben, die Arme nicht nach oben reißen, still sein und dem Hund den Rücken zudrehen. „Was für Erwachsenen selbstverständlich ist, müssen Kinder manchmal erst lernen“, sagt Braun. Und nennt als Beispiele: „Hund nicht am Schwanz ziehen“, „Hund nicht umarmen“, „Störe niemals einen Hund beim Fressen“. Die Jungen und Mädchen sollen dann auch mal die Leine halten, sich das Pfötchen geben lassen und ein Leckerchen füttern dürfen.

Damit sich die Kinder auf den vierbeinigen Besuch einstellen können, hat Christina Braun den Erzieherinnen eine Broschüre in die Hand gedrückt. Damit soll das Thema „Hund“ schon mal vorab Raum im Hoppetosse-Alltag bekommen – bevor dann Tim und seine Freunde anrücken.

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