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Und hoch das Bein: Tala Talaie beim Training.

Dreieich

Im Goldmedaillenregen

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Für den Kampfsportler Tala Talaie sind Weltmeistertitel schon fast alltäglich.

Sportliche Erfolge sind für den 1971 gegründeten Ersten Sprendlinger Judoverein etwas fast schon Selbstverständliches. Einer der Verantwortlichen für den funkelnden Medaillenregen ist Tala Talaie, der Trainer der Tae-Kwon-Do-, Thai- und Kickboxabteilung.

Eigentlich heißt er mit Vornamen Thilo, doch das „Tala“ ist eine Reminiszenz an seine persische Herkunft. Mit zwanzig Jahren zog es den heute Fünfzigjährigen nach Deutschland, Frankfurt wurde seine neue Heimat. Das war 1983, noch bevor hierzulande Martial-Arts-Filme die Kampfkünste populär machten.

Mit dem fernöstlichen Sport kam Talaie schon in der Kindheit in Kontakt: „Vorbild waren meine großen Brüder, beide erfolgreiche Tae-Kwon-Do-Kämpfer. Da wollte ich mithalten können“, erzählt er. Also trainierte Talaie mit ihnen – offensichtlich die richtige Entscheidung, wie sich zeigte. Denn Talaies Talent fiel auf, und bereits als Jugendlicher wurde er Asienmeister in gleich zwei Sportarten: Karate und Tae-Kwon-Do.

Denn von Beginn an beschränkte Talaie sich nicht nur auf den „Weg von Hand und Fuß“, wie man Tae-Kwon-Do übersetzen kann, sondern trainierte weitere Kampfkünste wie Karate, Thai- oder das moderne Kickboxen. „Ja, ein wenig süchtig bin ich da schon“, sagt der mehrfache Weltmeister lächelnd. „Aber die Kampfkunst hat mich damals wie heute fasziniert, und daher wollte ich sie umfassend erlernen.“

Damit war auch der berufliche Werdegang vorgezeichnet, denn Talaie erwarb nach und nach mehrere Profi-Lizenzen und kam schließlich in den Rang eines Großmeisters. Bis heute arbeitet er hauptberuflich als Trainer.

Medaillen, Pokale und Auszeichnungen hat er viele erhalten in seinem Leben – wie viele genau, das weiß er schon nicht mehr. „Aber ich weiß, welche Medaille mir die wichtigste ist: die der Kickbox-Weltmeisterschaft 1986. Mein erstes Gold für Deutschland“, sagt er. Seitdem ist einiges an Edelmetall hinzugekommen. „Das ist eine ganze Menge zum Abstauben“, sagt seine Frau Julia lachend. Doch auch sie trägt ihren Teil dazu bei, dass sich die Trophäen im Hause Talaie mehren. Bei ihrem Mann erlernte sie die Kampfkünste und errang selbst den Meistergrad.

Seit 1987 unterrichtet Tala Talaie im Sprendlinger Judoverein und versucht, seinen Schülern mehr als nur den Sport nahezubringen: „Das körperliche Training ist nur ein Teil der Kampfkünste: Respekt, Ordnung und Disziplin sind der andere.“

Respekt vermisse er oft in unserer Gesellschaft, und so sollen seine Schüler, ob drei oder 63 Jahre alt, diese Tugenden auch leben: „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass ihnen respektvolles Miteinander vorgelebt wird und dass sie Lob für fleißiges Lernen erhalten. Wir können diese Eigenschaften nicht nur einfordern, sondern wir müssen sie selbst vorleben.“ Das sei freilich idealistisch, gibt er zu, aber „wenn es nur bei einigen funktioniert, habe ich der Gesellschaft etwas zurückgegeben“.

Sportlich hat der mehrfach geehrte Talaie seinem Verein schon einiges zurückgegeben: Weit über 60 seiner Schüler haben selbst den Meistergrad, den schwarzen Gürtel, erhalten, und viele bereitet er auf Wettkämpfe vor. Jüngst errang die neunjährige Sophie Simonsen Bronze bei der Hessischen Kickboxmeisterschaft: Der Medaillennachschub ist also auch künftig gesichert.

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