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Auch die Seishin-Sportlerinnen sollen bei der TSG boxen.

Neu-Isenburg

Kampfsportverein Seishin geht K.O.

Wegen interner Zwiste muss der Kampfsportverein Seishin Insolvenz anmelden. Die Stadt entzieht ihm die Zuständigkeit für das Streetworker-Projekt "Mobile Jugendhilfe". 30.000 Euro Fördermittel hatte Seishin bereits in den Sand gesetzt. Von Achim Ritz

Von ACHIM RITZ

Der Neu-Isenburger Kampfsportverein Seishin geht K.O. Wegen der Streitigkeiten zwischen Vater Friedrich Meiß, Sohn Frederic-Michele Meiß und Tochter Natalie Meiß-Liebau, die alle drei dem Vorstand angehörten, entzieht die Stadt dem Verein jetzt die Zuständigkeit für das Streetworker-Projekt "Mobile Jugendhilfe". Erster Stadtrat Herbert Hunkel ist verärgert, weil die Meiss' ihren familiären Zwist nicht beseitigen konnten. Die Nachricht über die Insolvenz des Vereins hat für den Magistrat das Fass zum Überlaufen gebracht. "Wir können kein Geld mehr für die Streetworker geben, wenn die sich bei Seishin ständig weiterstreiten", sagt Hunkel.

Auf das Gerücht angesprochen, wonach der Magistrat im Streetworker-Projekt 30.000 Euro in den Sand gesetzt habe, schüttelt der Erste Stadtrat den Kopf. Herbert Hunkel: "Die Stadt hat kein Geld verloren."

Der Magistrat hat den Stadtverordneten gestern Abend bei der Sitzung vorgeschlagen, dass die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Neu-Isenburg künftig die Regie bei den Streetworkern und Kampfsportlern übernehmen soll. Demnächst wird nach Darstellung von Herbert Hunkel zwischen der Stadt und der TSG ein Fördervertrag geschlossen, der die Details regelt. Demnach soll Seishin komplett in die TSG übergehen. Alle 60 Kampfsportler könnten dort Vereinsmitglieder werden.

Der bei der Stadt angestellte Sozial-Pädagoge Christof Rettig spielt in dem neuen Plan die zentrale Rolle. Rettig hat bei der TSG vor drei Jahren die Karateabteilung aufgebaut und soll sich künftig um die ehemaligen Seishin-Mitglieder und die Streetworker kümmern. Der Magistrat will außerdem städtische Mitarbeiter in eine Arbeitsgruppe entsenden. Das Gremium soll das eigentliche Pensum übernehmen, damit die TSG nicht mit Arbeit überlastet wird.

Die Räumlichkeiten Am Kalbskopf, wo die Halle von Seishin und der Treffpunkt Café Zukunft liegen, wird künftig nicht mehr von Seishin, sondern von der Stadt angemietet.

"Ja wir machen das", sagt Karl-Heinz Groh, Vorsitzender der 1000 Mitglieder zählenden TSG. Sein Verein habe zwar nicht "hier" gerufen, als der Magistrat für die "Mobile Jugendhilfe" einen neuen Kooperationspartner suchte, doch die TSG wolle der Stadt helfen. "Ich sehe die Sache positiv", sagt Karl-Heinz Groh.

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