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Käufer für Altes Rathaus

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Von: Christoph Manus

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Der Dietzenbacher Magistrat will sich für 283 000 Euro vom Alten Rathaus trennen, das Gebäude soll schon zum 1. Januar an einen Frankfurter Privatmann übergehen. Den Nutzern des Alten Rathauses hat die Stadt zum Jahresende gekündigt.

Der Verkauf des Dietzenbacher Alten Rathauses rückt näher. Folgen die Stadtverordneten dem Magistrat, geht das denkmalgeschützte Gebäude bereits zum 1. Januar an einen Privatmann aus Frankfurt über. Dieser ist bereit, der hoch verschuldeten Kreisstadt 283 000 Euro für die Immobilie an der Frankfurter Straße zu bezahlen. Der Preis entspricht etwa dem Verkehrswert, den ein Gutachter ermittelt hat. Ein erster Vermarktungsversuch war an den für die Stadt viel zu niedrigen Kaufangeboten gescheitert. Diesmal hatte sie einen Makler engagiert.

Den Nutzern des Alten Rathauses hat die Stadt, ohne das Votum der Stadtverordneten abzuwarten, bereits zum Jahresende gekündigt. Das trifft etwa den Briefmarkenverein, den Mieterverein, den Handharmonika-Club Ahoi und die Volkshochschule. Zu den Nutzern, für die die Stadt neue Räume suchen will, zählt auch die städtische Musikschule.

Der vom Magistrat favorisierte Kaufinteressent hat nicht nur mehr Geld geboten als die anderen drei Bewerber. Er hat diesen auch mit seinem Konzept überzeugt. Demnach soll das repräsentative Gebäude weiter Altes Rathaus heißen, der Altbau-Charakter stärker hervorgehoben werden. Pläne, etwa die Türen durch schönere Holztüren zu ersetzen und Holzfußböden zu verlegen, seien mit der Denkmalschutzbehörde des Kreises abgesprochen und von dieser befürwortet worden. Unten soll eine Kanzlei oder Praxis einziehen, oben eine Wohnung für eine Familie entstehen.

In diesem Jahr hat sich die Stadt bereits von dem zuvor vom Verein für Sport und Gesundheit (VSG) genutzten Haus Babenhäuser Straße 37 getrennt. Ein Dietzenbacher Paar hat es für 240 000 Euro erworben.

Weitere Verkäufe geplant

Bereits Ende des Jahres hatte die Stadt auch Angebote für die Gaststätte zur Linde, das Reinhard-Göpfert-Haus und die Altenwohnanlage an der Wiesenstraße eingeholt. Die finanziell angeschlagene Stadt will die Kosten für die Gebäudeunterhaltung senken, indem sie sich von teils zudem stark sanierungsbedürftigen Immobilien trennt. Die nutzenden Vereine sollten auf die verbleibenden Gebäude verteilt werden, so dass deren Auslastung steigt.

Doch SPD und WIR-Bürger für Dietzenbach brachten später einen Antrag ein, nach dem das Göpfert-Haus und die Linde doch in städtischem Besitz bleiben sollten. Entschieden ist darüber allerdings nicht. Der Antrag wird von Sitzung zu Sitzung geschoben.

Wieso die Seniorenwohnanlage noch nicht veräußert ist, ist dagegen unklar. Die Stadt will diese verkaufen, Interessenten gibt es auch. Doch obwohl der Dietzenbacher Unternehmer Rafet Solak 700 000 Euro bot und versprach, die Anlage zu modernisieren, stimmten die Stadtverordneten im Juli dafür, ein neues Bieterverfahren zu beginnen.

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