Rodgau

Junge Union Rodgau: Rechtsradikale Tendenzen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Jusos in Rodgau kritisieren den Facebook-Post vom JU-Vizevorsitzenden. Die Junge Union distanziert sich.

Die Junge Union (JU) Rodgau hat ein Problem: Ihr stellvertretender Vorsitzender Sascha Völkel hat einen brisanten Facebook-Post abgesetzt. Der Beitrag weise rechtsradikale und geschichtsrevisionistische Tendenzen auf, stellen die Rodgauer Jusos fest. Der Beitrag auf Völkels Facebook-Profil ist mittlerweile gelöscht, doch es existieren Screenshots.

Völkel hatte in seinem Post die „Black-lives-matter“-Bewegung kommentiert. Wörtlich schrieb er: „Die, die fordern, dass wir knien oder Stiefel küssen sollen, anstatt stolz und aufrecht zu stehen, sind unversöhnlich in ihrem Hass gegen uns. Niemals dürfen wir vor denen kapitulieren. Weder vor den Rassisten von Black lives matter, noch vor offenen Kommunisten oder vor von Selbsthass zerfressenen Linken und Öko-Faschisten.“ Darunter setzte er die rechten Szene-Hashtags #whitelivesmatter und #neverapologize.

Die Rodgauer Jusos sehen es als eine klare Grenzüberschreitung, dass Völkel seinen Text, der sich sowieso schon Wörter aus dem rechten Milieu bediente, auch noch mit einem Bild aus nationalsozialistischen Zeiten untermalt hatte. Das Bild mit Hitler-Gruß setze den Protest der „Black-lives-matter“-Bewegung mit Nazi-Deutschland gleich, argumentiert Vorstandsmitglied Felix Deister, und fordert mit seinen drei Vorstandskollegen Völkels sofortigen Rücktritt als Vize-Vorsitzender. Er müsse auch aus dem JU-Vorstand ausscheiden.

Völlig überrascht

Laut JU-Chef Joachim Fuhr wurde die Organisation von Völkels rechten Tendenzen völlig überrascht. Man distanziere sich ausdrücklich von seinem Beitrag. Es handle sich um Völkels Privatmeinung, man werde die Angelegenheit intern klären. Auf dem JU-Facebook-Account wurde ein Video hochgeladen, das ausdrückt, dass die JU zu einer pluralistischen Gesellschaft steht. Es gehe nicht an, dass man die Angelegenheit „intransparent intern besprechen will“, ärgert sich Deister. „Die JU hätte besser geschrieben, dass sie personelle Konsequenzen zieht.“

Fuhr erklärt, er habe mehrmals vergeblich versucht, Völkel zu erreichen, um das Gespräch mit ihm zu suchen. Auch bei Nachbarn habe er hinterlassen, Völkel solle sich doch melden. Dieser habe aber nicht reagiert. „Er soll sich zumindest für diesen Post entschuldigen“, sagt Fuhr. Man werde ihn zur Juli-Vorstandssitzung einladen. Völkel abzusetzen sei satzungstechnisch nicht so einfach. Das könne der Vorstand nicht alleine entscheiden, dazu brauche es die Mitglieder. Ein Experte durchforste deshalb gerade die Satzung. Turnusgemäß wird der siebenköpfige Vorstand zum Jahresende neu gewählt.

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