Die Helen-Keller-Schule in Dietzenbach muss wegen plötzlich aufgetretener Setzrisse abgerissen werden.

Kreis Offenbach

An jeder dritten Schule wird gebaut

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Insgesamt 110 Millionen Euro steckt der Kreis Offenbach innerhalb von vier Jahren in Erweiterungen und Sanierungen an seinen Schulen.

Der Kreis Offenbach dreht in Sachen Schulbau ein großes Rad: Ein Drittel aller 86 Schulen im Kreis Offenbach soll erweitert, saniert oder neu gebaut werden. Inklusive Fördermitteln gibt der Kreis in diesem Jahr 17 Millionen Euro aus, um Architekten mit 28 größeren Projekten zu beauftragen. Im kommenden Jahr sollen sich dann die Baukräne an den Schulen drehen; dafür sind laut Landrat Oliver Quilling (CDU) 37 Millionen Euro veranschlagt. Im Jahr 2021 hat der Kreis 36 Millionen Euro für die Bauarbeiten angesetzt, und 2022 sind nochmals 20 Millionen Euro prognostiziert.

Weil so viele Neubürger zuziehen und große Neubaugebiete entstehen, wurde es eng an den Schulen im Kreis Offenbach. Der Kreis reagierte erst mit Containerlösungen und vergrößert die Schulgebäude nun. „So viele Erweiterungen haben wir in den letzten zehn Jahren nicht erlebt“, sagte Quilling bei der Vorstellung der Schulbaupläne. Aber auch einige unvorhersehbare Ereignisse erfordern ein schnelles Handeln.

Dietzenbach:Die Hellen-Keller-Schule, die im Oktober vorigen Jahres wegen größeren Rissen am Gebäude geschlossen werden musste, kann nicht saniert werden. Am angestammten Platz soll ein Neubau entstehen, der bis 2022 fertiggestellt sein könnte. Bis dahin müssen die Schüler mit einem Ausweichquartier in einem ehemaligen Bürogebäude an der Voltastraße vorliebnehmen. Die Sterntalerschule wird erweitert, für eine Übergangszeit wird im Sommer ein Container mit zwei Klassenräumen aufgestellt.

Dreieich:Das Dach der Georg-Büchner-Schule im Stadtteil Sprendlingen, das ein Sturm im August vorigen Jahres abgerissen hatte, wird im Sommer saniert, genauso wie das Mauerwerk, das dabei beschädigt wurde. Auch an der Ludwig-Erk-Schule steht die Dachsanierung an. Die Container an der Schillerschule sollen bald einem Massivbau weichen; der Kreis ist hier mit der Stadt Dreieich im Gespräch, um auch gleich ein adäquates Betreuungsangebot zu schaffen. Die Ricarda-Huch-Schule erhält neue Fenster.

Langen:Nachdem die Photovoltaikanlage einer Drittfirma demontiert worden ist, wird ein Statiker die Risse unter dem einsturzgefährdeten Dach der derzeit gesperrten Turnhalle und des Gymnastikraums der Albert-Einstein-Schule untersuchen. Dann können die beiden Räume in den Sommermonaten wieder genutzt werden. Wegen der Schneelast muss das Dach bis zum Winter saniert sein. Die Sonnenblumenschule, für die bis zum Schuljahr 2023/24 mehr als 500 Schüler prognostiziert sind, wird um 2000 Quadratmeter erweitert. Zuerst einmal müssen die Grundschüler aber mit einem weiteren Container als Zwischenlösung auskommen. Erweiterungsplanungen laufen auch für die Geschwister-Scholl-Schule und die Janusz-Korczak-Schule. Der Bau einer bis zu dreizügigen Grundschule im Neubaugebiet Liebigstraße wird in diesem Jahr vorbereitet.

Neu-Isenburg:Im Sommer ist der Neubau an der Goetheschule fertig, und auch die Bauarbeiten für die Erweiterung der Brüder-Grimm-Schule können beginnen. Die Albert-Schweitzer-Schule, die auch Schüler aus dem Neubaugebiet Birkengewann aufnehmen soll, wird sich auf den Schulhof vergrößern. Dabei soll auch Platz für die Betreuung geschaffen werden.

Rödermark:In der Turnhalle der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule wird eine neue Lüftung installiert. Die Grundschule im Breidert, die nur bis zur 3. Klasse besucht werden kann, soll nun bis zur 4. Klasse ausgebaut werden.

Rodgau:Die Münchhausenschule verliert ihre Terrasse, weil dort ein weiterer Klassenraum entsteht. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden Parkplätze in der Nähe der Dreifach-Turnhalle errichtet. Die Georg-Büchner-Schule erhält eine moderne Heizungsanlage. Im Sommer werden die Bodenbeläge an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule erneuert, im Herbst die Fenster ausgetauscht.

Mühlheim:Im Sommer wird die Rote-Warte-Schule abgerissen, deren Standsicherheit durch Risse und Feuchtigkeit nicht mehr gewährleistet werden kann. Im ehemaligen Bürogebäude von Manroland will der Kreis eine Interimsschule einrichten, bis im Jahr 2022 der Neubau in der Birkenwaldstraße fertig ist.

Obertshausen:Im Sommer erhält die Waldschule als Interimslösung zwei Container mit vier Klassenräumen – bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus.

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