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Die Stadt Rödermark wünscht sich einen Islamunterricht, wie es ihn etwa an dieser Grundschule in München gibt.
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Die Stadt Rödermark wünscht sich einen Islamunterricht, wie es ihn etwa an dieser Grundschule in München gibt.

Rödermark Volkshochschule

Islamkunde für Schüler

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Eine Einführung in die Grundsätze der islamischen Religion bietet die Rödermärker Volkshochschule Schülern in vier verschiedenen Altersgruppen an – in Kooperation mit der Uni Frankfurt. Damit kommt sie einem Wunsch vieler Eltern nach.

Gut eineinhalb Jahre nachdem zahlreiche Rödermärker Eltern einen staatlich organisierten Islamunterricht für ihre Kinder gefordert haben, hat der Ausländerbeirat nun eine Lösung gefunden. Absolventen des Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Frankfurter Goethe-Universität werden bereits ab Mitte Februar in den Räumen der Volkshochschule an der Dieburger Straße eine Einführung in die Grundsätze der islamischen Religion anbieten. Es gibt jeweils einen Kurs für die Jahrgangsstufen 3 und 4, 5 und 6, 7 und 8 sowie 9 und 10.

Die Dozenten werden, wie die wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, Mukadder Tuncel, ausführte, dem Lehrplan folgen, der auch beim Islamunterricht in den Schulen verwendet wird. Die Themen orientierten sich an denen, die im christlichen Religionsunterricht in diesen Jahrgangsstufen behandelt werden. Tuncel betonte gestern, dass es sich bei dem Angebot der Volkshochschule um keinen bekenntnisorientierten Islamunterricht handele. Es stünde allen Kindern und Jugendlichen offen, daran teilzunehmen.

Bisher hätten Eltern, die Wert auf eine religiöse Bildung ihrer Kinder legten, diese in Moscheen in Dietzenbach, Dieburg oder Reinheim gefahren, sagte Engin Karadeniz, der Vorsitzende des Rödermärker Ausländerbeirats. Es gebe auch Gruppierung, die die Kinder zu Hause besuchten. Doch die Eltern wollten, dass die Kinder einen einheitlichen Unterricht erhalten – und das von Fachkräften unter staatlicher Kontrolle. Die Kurse sollten zudem in deutscher Sprache stattfinden.

Der Wunsch nach einem Islamunterricht analog zum Unterricht für katholische oder evangelische Schüler ist in Rödermark parteiübergreifender Konsens. Noch vor einem Jahr hatte Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) auf einen Beginn des Angebots schon im Sommer 2012 gehofft. Damals ging er noch davon aus, dass dieser Unterricht an den Grundschulen angesiedelt werden kann. Kern sprach damals von einer Ungleichbehandlung. Schließlich hätten nach dem Grundgesetz und der Landesverfassung alle Schüler – nicht nur die christlichen – das Recht auf Religionsunterricht.

Kern lobte gestern zwar, dass es mit Hilfe der Volkshochschule nun zu einer Lösung gekommen sei, wie es sie bisher nicht in Hessen gebe. Die Kurse außerhalb der Schule könnten aber nur eine Zwischenlösung oder ein ergänzendes Angebot sein, machte er klar. Er stehe deshalb weiterhin auch in Kontakt mit den Rödermärker Schulen. Zuständig aber seien Schulamt und Kultusministerium.

Kern verwies auf die Pläne des Kultusministeriums für den Islamunterricht, der zum kommenden Schuljahr mit einem Modellprojekt an 25 – noch nicht benannten – Schulen beginnen soll. Zudem sei geplant, dass alle Eltern künftig bereits bei der Anmeldung ihrer Kinder für die Schule gefragt werden, ob sie einen Islamunterricht wünschen.

Ein Vorteil des Islamunterrichts als reguläres Schulfach sei auch, dass den Eltern keine Kosten entstünden. Für die Kurse der Volkshochschule mit je zwei Wochenstunden sind samt Unterrichtsmaterial 72 Euro zu bezahlen. Die Eltern hätten gegenüber dem Ausländerbeirat allerdings ihre Bereitschaft erklärt, für den Unterricht notfalls zu bezahlen. Bezieher von Hartz IV seien von den Kosten befreit, sagte Karadeniz.

Info: www.vhs-roedermark.de

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