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Erneut ein Reifenberg, der in die Natur gekippt wurde.

Dietzenbach

Immer wieder Altreifen im Dietzenbacher Wald

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Fast 1500 Pneus wurden in Dietzenbach binnen fünf Monaten illegal entsorgt. Die Stadt hat nun erste Hinweise auf die Täter.

Illegale Reifenablagerung im großen Stil: Binnen fünf Monaten sind an mehreren Stellen in Dietzenbacher Wäldern knapp 1500 Altreifen entsorgt worden. Der jüngste Umweltfrevel ereignete sich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen voriger Woche: Am Donnerstag und Freitag haben Spaziergänger rund 100 Altreifen entdeckt, die in die Landschaft gekippt wurden. Die Stadt hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Umweltsünder führen, 500 Euro Belohnung ausgelobt und ist den Tätern auf der Spur.

Die Tatorte lägen allesamt „verkehrsgünstig“, sagt Markus Hockling, der Leiter des Dietzenbacher Ordnungsamtes. Die Reifen seien an Waldwegen oder Parkplätzen abgekippt worden, die nahe der Kreisquerverbindung oder der Bundesstraße 459 liegen. „Da ist man mit dem Auto innerhalb einer Minute aus dem Wald raus und wieder auf der Straße.“

Das Ordnungsamt habe schon zwei Hinweise auf einen weißen Kastenwagen, allerdings mit unterschiedlichen Kennzeichen. Erst am Freitag gab eine Augenzeugin den Hinweis auf ein Frankfurter Nummernschild. „Sie hat das Kennzeichen leider nicht ganz gesehen.“ Zuvor war ein Bad Homburger Kennzeichen genannt worden.

Die Örtlichkeiten seien schon mit Streifenwagen und Zivilfahrzeugen kontrolliert worden, „aber Kommissar Zufall kam uns noch nicht zu Hilfe“, sagt Hockling. Auch die örtlichen Autowerkstätten und Entsorgungsbetriebe habe man mit der Stadtpolizei bereits unter die Lupe genommen. Bis auf einen Betrieb hätten alle Firmen Entsorgungsnachweise vorlegen können. „Einer sandte uns den Nachweis nachträglich zu.“ Der Weisheit letzter Schluss seien diese Nachweise aber nicht. „Wir wissen ja nicht, wie viele Reifen die Firmen angenommen haben.“

Weil keine umweltgefährdenden Stoffe entsorgt wurden, ist das illegale Entsorgen der Reifen „nur“ eine Ordnungswidrigkeit. Die Polizei strengt kein Strafverfahren an, sondern die Stadt als Verfolgungsbehörde verhängt ein Bußgeld, das sich aus dem wirtschaftlichen Vorteil plus einer Strafe von bis zu 50 000 Euro zusammensetzt. „Wenn wir aber einen erwischen sollten, heißt das noch lange nicht, dass er für alles verantwortlich ist“, sagt Hockling.

Die Stadt hat mit einem Neu-Isenburger Entsorger einen Dienstleistungsvertrag für die Abfuhr von Sperrmüll geschlossen. Die Firma holte am Montagmorgen die illegalen Pneus ab, die am Freitag am Angelweiher am Gewerbegebiet Süd abgeladen worden waren. „Pro Reifen fallen für die städtischen Betriebe 2,50 Euro plus Mehrwertsteuer an Entsorgungsgebühren an“, sagt Markus Krallinger, Leiter der Abfallwirtschaft. Der Bürger wird in Dietzenbach mit drei bis sechs Euro pro Reifen zur Kasse gebeten.

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