Kreis Offenbach

Immer mehr Betreuungsbedarf im Kreis Offenbach

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Bis zum Schuljahr 2023/24 muss sich das Nachmittagsangebot für Grundschüler im Kreis Offenbach verdoppeln. Aktuell ist jedes zweite Kind in der Schulkindbetreuung.

Auf den Kreis Offenbach und die kreisangehörigen Kommunen kommen gewaltige Aufgaben und Ausgaben zu, weil immer mehr Grundschüler in der Schule zu Mittag essen und nachmittags dort auch betreut werden müssen. Datenerhebungen der Kinder- und Jugendhilfeplanung prognostizieren, dass im Schuljahr 2023/24 rund 85 Prozent der Eltern einen Betreuungsbedarf für ihr Grundschulkind haben. Das wären dann mehr als doppelt so viele wie heute.

Laut aktuellem Bericht des Kreises Offenbach wird derzeit etwa jedes zweite der 13 201 Grundschulkinder im Kreis Offenbach am Nachmittag betreut. An den 50 Grundschulen nehmen somit genau 6227 Jungen und Mädchen – das sind 47,2 Prozent – die Angebote der Nachmittagsbetreuung in Anspruch. Im Schuljahr 2023/24 werden es wohl gut 14 000 Schülerinnen und Schüler sein, sagt der Bericht zur Schulkindbetreuung voraus. „Das ist für uns eine Verdoppelung. Darüber hinaus steigen auch die Schülerzahlen kontinuierlich an“, sagt Landrat Oliver Quilling (CDU).

Verschärft wird die Lage zusätzlich durch einen Passus im Koalitionsvertrag der Bundesregierung: Bis 2025 soll jedes Grundschulkind einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz haben, heißt es dort. „Das ist zwar bisher nur eine politische Willenserklärung, aber wir müssen uns darauf vorbereiten“, so der Landrat.

Vorbereiten heißt konkret: Speiseräume und Mensen an Grundschulen bauen und modernisieren sowie für fünf Tage pro Woche Betreuungspersonal finden – Erzieherinnen, Sozial- und Heilpädagogen und Sozialarbeiter. „In vielen Schulen muss nachgebessert werden, weil die Versorgung noch nicht den Standards entspricht“, sagt Quilling. „Die Kosten werden nur gemeinsam mit Städten und Gemeinden zu schultern sein.“ Im Kreis seien bisher nur die Förderschulen echte Ganztagsschulen mit Betreuung, Unterricht sowie verpflichtenden Ganztagsangeboten bis 16 oder 17 Uhr.

In Neu-Isenburg sind drei von vier Grundschülern in der Schulkindbetreuung, in Dietzenbach ist es nur jedes vierte Kind. Dort besuchen aber 260 von 1604 Kindern die städtische Hausaufgabenhilfe.

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