Offenbach

Hilfestellung für Helfer

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Notfall-Taschenbuch soll Rettungsdienstsanitäter bei ihrer Arbeit unterstützen. Bewusste Entscheidung gegen eine App.

Ein kleines, weißes Büchlein wird ab sofort dabei helfen, Leben zu retten: Rettungsdienstmitarbeiter, Sanitäter, Ehrenamtliche und Mitarbeiter im Katastrophenschutz im Kreis Offenbach bekommen heute ein kompaktes Taschenbuch überreicht, das ihnen wichtige Tipps an die Hand gibt. Die Adressen und Telefonnummern von Krankenhäusern, Polizeidienststellen und Einsatzleitstellen, ein Verzeichnis aller Autobahnauf- und -abfahrten mit Kilometrierung, die Wendemöglichkeiten auf Autobahnen, die wichtigsten Notfallmedikamente, Infos zu besonderen Einsatzlagen, Bedienungsanleitungen für medizinische Geräte – das alles und noch mehr findet sich auf den insgesamt 155 Seiten.

„Der Rettungsdienst wird immer komplexer, die Teams im Rettungswagen müssen die Patienten immer spezifischer versorgen“, sagt Frank Naujoks, Vorsitzender des Fördervereins zur Förderung der präklinischen Notfallmedizin im Kreis Offenbach. Sein Verein hat das Notfall-Taschenbuch produziert.

„Es ist wichtig, dass der Rettungssanitäter den Kopf für die Patientenversorgung frei hat“, so Naujoks. Das gelinge nun mit dem neuen Notfallbuch, wo er wichtige administrative Infos äußerst übersichtlich zusammengefasst finde. Naujoks hat das Projekt zusammen mit Dirk Eisentraut, Kassenwart des Fördervereins, in der Freizeit gestemmt. Die Idee sei nicht neu, gibt der Fördervereins-Vorsitzende zu, sie wurde schon vor einigen Jahren in Frankfurt geboren.

Ein Jahr lang hat es von der Idee bis zum fertigen Büchlein gedauert. Dank einer großzügigen Spende von Erwin Nöske von der Dr.-Bodo-Sponholz-Stiftung kann es den Helfern kostenfrei in die Hand gedrückt werden. 500 Exemplare sind bei „MtDruck“ in Neu-Isenburg in der Erstauflage erstellt worden. „Wir wollen das Taschenbuch aktuell halten und idealerweise alle zwei Jahre neu auflegen“, sagt Naujoks.

Man habe sich gegen eine App und für ein gedrucktes Werk entschieden, weil die Retter in der Regel Handschuhe anhaben, mit denen man ein Handy nicht bedienen kann. Außerdem müssten sie sonst ständig ihr privates Smartphone mitführen. Das Buch dagegen passt in die Hosentasche, man kann sich Notizen machen und Markierungen setzen. ann

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