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Thomas Knecht stellt Waffen des Mittelalters in Aktion vor, hier den Gassenhauer.

Dietzenbach

Neue Mittelalter-Ausstellung im Heimatmuseum

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Jeden Sonntag bis zum 27. Januar stellen die Ausstellungsmacher einen anderen Aspekt mittelalterlichen Lebens vor.

Woher die Redensart kommt, „etwas im Schilde führen“ oder welche Musikinstrumente im Mittelalter gebräuchlich waren, wird noch bis Ende Januar im Heimatmuseum erklärt. Unter dem Motto „Kultur im Mittelalter“ haben Eva Westphal und Thomas Knecht eine Ausstellung organisiert, in der mit so manchem Vorurteil über das Mittelalter aufgeräumt wird. Und da nur Nachbauten historischer Gegenstände gezeigt werden, darf im Gegensatz zu anderen Ausstellungen so manches Objekt auch angefasst werden.

Denn jeden Sonntag bis zum 27. Januar stellen die Ausstellungsmacher einen anderen Aspekt mittelalterlichen Lebens vor: Mal zeigt Knecht, wie mit Schild und Schwert gekämpft wurde, oder es geht um Medizin im 12. Jahrhundert. „Da haben wir uns natürlich an Hildegard von Bingen orientiert“, sagt Knecht. Die Empfehlungen seien jedoch ohne Gewähr, räumt er augenzwinkernd ein. Denn ob Gewürznelken wirklich gegen Kopfschmerzen helfen, ist eher fraglich.

Der 51-Jährige stellt den Besuchern etwa Waffen für den Schaukampf vor: Der rund zwei Meter lange „Gassenhauer“, ein Zweihänder, mit dem auf den Straßen Menschen zurückgedrängt wurden, ist auch als Replik respekteinflößend. Friedlicher geht es da bei Brigitte Meister zu: Sie stellt mittelalterliche Nähkunst vor. „Brettchenweben“ etwa, bei dem Fäden mittels 43 Brettchen mit je vier Löchern für Fäden zu kunstvollen Borten zusammengefügt werden. „In so einem 30 Zentimeter langen Band stecken rund fünf Stunden Arbeit“, erklärt sie den Besuchern. Für nadelgebundene Kniestrümpfe saß man einst noch länger dran, gut 20 Stunden. „Kleidung war wertvoll: Die meisten Menschen besaßen nur zwei Gewänder“, sagt sie.

Knecht und Westphal, die sich beide ehrenamtlich im Heimatmuseum engagieren, haben eine Ausstellung zum Entdecken konzipiert. „Gerade bei Kindern beliebt ist die Verkleidungsecke für das eigene Mittelalter-Selfie“, sagt Knecht und weist auf den Kleiderständer mit allerlei Gewändern.

Die Ausstellung ist noch bis 27. Januar im Heimatmuseum, Darmstädter Straße 7-11 zu sehen. Montags bis freitags ist sie von 10 bis 12 Uhr geöffnet, sonntags von 15 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 30. Dezember, werden Schwertkampf und Musikinstrumente vorgestellt.

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