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Heusenstamm

Heusenstamm: Gemeinsam gegen den Hass

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Nach Schmierereien auf dem jüdischen Friedhof setzen die Stadt Heusenstamm und Andere ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus.

Am Montag vergangener Woche entdeckten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, dass Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Heusenstamm beschmiert worden waren. Am gestrigen Donnerstagabend ging deshalb ein breites Bündnis in der 20 000-Einwohner-Stadt auf die Straße, um ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Schon am Mittwochabend positionierten sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung mit einer „Heusenstammer Resolution“ gegen Hass, Gewalt, Ausgrenzung und Antisemitismus und verurteilten die Tat aufs Schärfste.

Laut Bürgermeister Halil Öztas (SPD) hatten die Täter wahllos auf sechs Grabsteine Hakenkreuze, einen Davidstern, die Worte „Heil Hitler“, Beleidigungen und Genital-Abbildungen mit weißer und mit roter Farbe aufgesprüht. Die Stadt stellte bei der Polizei Strafanzeige gegen unbekannt.

Wann genau die Grabschändungen erfolgt sind, konnte bislang nicht ermittelt werden. Der jüdische Friedhof liegt nördlich der Stadt mitten im Wald. Er ist mit einer Mauer und einem Eisentor gesichert, das stets verschlossen ist. Die Schändungen wurden inzwischen wieder entfernt, geblieben sind das Entsetzen und die Betroffenheit über die Tat.

Bürgermeister Öztas hatte die jüdischen Gemeinden in Frankfurt und Offenbach kontaktiert, um zu eruieren, ob man gemeinsam ein Zeichen setzen könne. So wurde die Idee für die Kundgebung geboren, die am Donnerstagabend mit einem Gebet von Mendel Gurewitz, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Offenbach, auf dem jüdischen Friedhof begann. Anschließend zogen die Teilnehmer auf den Bahnhofsplatz, wo Ansprachen gehalten wurden. Am Ende der Veranstaltung wurde die „Heusenstammer Resolution“ verlesen, die die Stadtverordneten am Mittwoch verabschiedet hatten.

Sämtliche in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen hatten zu der Kundgebung „Weltoffenes Heusenstamm“ aufgerufen – bis auf die AfD. Außerdem gehörten die jüdische Gemeinde Offenbach, der jüdische Sportverband Makkabi Deutschland, die Initiativen „Heusenstamm gegen Rechts“ und „Bunt statt braun“ sowie die Partnerschaft für Demokratie Heusenstamm zu den Organisatoren.

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