Langen

Hegweg als Sackgasse

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Ein Anwohner fordert die Sperrung für den Durchgangsverkehr. Die Stadt sieht das nur als letztes Mittel, sollten die Regeln nicht eingehalten werden.

Den Hegweg in der Langener Altstadt zur Sackgasse machen und so „den Verkehr rausnehmen“ – das fordert der Anwohner Karl-Heinz Erdt. Der Weg, der derzeit noch zur Spielstraße umgebaut wird, sei keine reine Anliegerstraße, sondern habe Zubringerfunktion für die dortige Kita, die Rollschuhbahn, die Kleingartenanlage, das Naherholungsgebiet Paddelteich und im Sommer für das Schwimmbad. Durch die neue Verkehrsplanung könnten sich Gefahrenstellen für die Kinder ergeben, meint Erdt. Er sei „in Sorge“, jedoch nicht auf Konfrontationskurs mit der Stadt.

Bis Mitte vergangenen Jahres war die Fahrbahn des Hegwegs asphaltiert, die Fußgänger liefen auf einem separaten Gehweg. Dann beschloss die Stadt, den Hegweg zu pflastern, die Bürgersteige wegfallen zu lassen und eine Mischverkehrsfläche zu schaffen. Autofahrer, Radler und Fußgänger sollen in dem verkehrsberuhigten Bereich gleichberechtigt sein; sie müssen aufeinander Rücksicht nehmen.

„Wenn ein Gehweg da ist, ist auch Orientierung da“, sagt Erdt. Trotzdem heißt er die neue Planung gut, die schon zu zwei Dritteln realisiert ist. „Ich finde es gut, dass die Straße jetzt als Lebensraum für die Anwohner, vor allem für die Kinder, da ist“, sagt er, plädiert allerdings für eine Ausweisung als Sackgasse. „Beim Kindergarten zumachen“, fordert er.

„Auf einer Straße, die rund 500 Meter lang ist, fahren nicht alle Autos vom Anfang bis zum Ende langsam“, sagt Erdt. In der künftigen Spielstraße steige das Gefahrenpotenzial für die Kinder deutlich an. Im Übrigen würden die Annahmen der Planer zum Verkehrsaufkommen nicht zutreffen. „Meine Sorge ist, dass erst ein schwerer Unfall mit Personenschaden zu Konsequenzen führen wird.“

Die Bauarbeiten seien spätestens im März beendet, erklärt Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Dann werde der Hegweg als Spielstraße ausgewiesen, man dürfe dort nur noch Schritttempo fahren. „Wir wollen den Durchgangsverkehr schon noch ermöglichen“, sagt Gebhardt. Wenn man den Verkehr aus dem Hegweg nehme, gehe das zulasten der Anwohner in den umliegenden Straßen. „Dann fahren alle über die Teichstraße.“

„Wir müssen die Spielstraße erst einmal in Betrieb nehmen und beobachten, wie sich alles entwickelt“, sagt Gebhardt. Aktuell sei das noch eine Diskussion „über ungelegte Eier“. Die Stadt werde sehr streng darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden. „Wir werden das Ordnungsamt da hinstellen.“ Wenn er dann feststelle, dass das nicht fruchte, könne er auch andere Maßnahmen ergreifen, so der Bürgermeister.

Eine Sperrung für den Durchgangsverkehr wäre „die allerletzte Lösung“, wenn sich die Situation so schlimm entwickeln würde, wie Karl-Heinz Erdt befürchtet. „Ich wäre der Letzte, der sich einer Korrektur verweigert, wenn es Nachbesserungsbedarf gibt“, sagt Gebhardt.

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