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Ein gutes Gefühl

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Diana Standke (29) packt auf der Farm mit an.
Diana Standke (29) packt auf der Farm mit an. © Andreas Arnold

Holzschleppen und Unkraut jäten: Am Freiwilligentag engagieren sich in Stadt und Kreis Offenbach viele für Kinder und Senioren.

Von Achim Ritz

Manchmal kann soziales Verhalten auch ganz egoistisch sein. Das sieht jedenfalls Rainer Standke so. Der 28-Jährige schuftete am Samstag beim Freiwilligentag des Diakonischen Werkes auf der Kinder- und Jugendfarm in Offenbach. „Das ist ganz egoistisch, was ich hier mache“, sagt Standke. Der junge Mann aus Darmstadt möchte gar nicht über mögliche philosophische oder religiöse Hintergründe seiner Zeitspende sprechen.

Selbstverständlich ist es seiner Ansicht nach wichtig, sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit zu engagieren, doch hier gehe es um ihn, um die körperliche Arbeit an der frischen Luft und somit um ein Kontrastprogramm zu seinem beruflichen Alltag in einer Frankfurter Softwarefirma.

Die heißt ETecture und hat am Freiwilligentag gleich acht Leute zur Kinder- und Jugendfarm in der Rheinstraße geschickt. In Stadt und Kreis Offenbach waren insgesamt 180 Leute bei 45 Projekten dabei. Janina Rösler gehört auch zur Gruppe der Software-Fachleute und bringt am Samstag den gesamten Körper stark in Bewegung. Die 32-Jährige glaubt aber nicht, dass sie wegen der ungewohnten Motorik und anstrengenden Arbeit des Holzschleppens Muskelkater bekommt. „Das geht schon, ich treibe ja viel Sport“, sagt sie. Das sei eine gute Sache, sich ehrenamtlich zu engagieren, da habe sie nicht lange überlegen müssen.

Walther Merkel aus Offenbach auch nicht. „Mir geht’s um die Kinder. Ich hab’ auch welche.“ Der 45-Jährige sagt, es sei ein gutes Gefühl, sich zu engagieren, er werde jetzt immer mitmachen. Das freut Jasmine Imeraj von der Kinder- und Jugendfarm. Auf der haben die Freiwilligen aufgeräumt, damit der Umzug im September auf das Areal in der Nachbarschaft einfacher wird.

In der Freizeit ohne Bezahlung arbeiten und Zeit spenden für ein Sozialprojekt, das ergibt auch für Regina Witzig-Kastern viel Sinn. Sie engagiert sich mit fünf anderen im Hausgarten des Altenpflegeheims Am Erlenbach in Neu-Isenburg. Gartenarbeit sei ihr Ding, sagt sie und kündigt an, regelmäßig im Garten des Hauses arbeiten zu wollen.

Solche Leute braucht das Pflegeheim, denn bisher hat sich laut Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Bigalke-Becker niemand so richtig um die Kräuter im Hochbeet kümmern können. Dass der Garten jetzt von Unkraut befreit wird, freut auch Else Wenzlaff, die – ihren Rollator schiebend – vorbeischaut. Die 91-Jährige sagt, ehrenamtliche Arbeit sei wichtig, egal in welchem Alter. Sie mache da auch gern mit. „Ich bin Vorsitzende des Heimbeirates.“

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