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950 Arbeitsstunden hat der Modelleisenbahnverein Neu-Isenburg mit seinen rund 45 Mitgliedern in die Renovierung des alten Stellwerks gesteckt. Die Materialkosten von knapp 7000 Euro übernahm die Stadt, außerdem sorgte sie für Strom- und Wasseranschluss.

Neu-Isenburg

Großes Stellwerk für Miniaturfreunde

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Der Modelleisenbahnverein Neu-Isenburg hat das heruntergekommene Stellwerk renoviert. Dort ist jetzt Platz für Ausstellungen und die Jugendarbeit. Von Achim Ritz

Das Auge wird am alten Industriegebiet entlang der Carl-Ulrich-Straße nicht gerade verwöhnt. Nur das alte Stellwerk bildet einen angenehmen Blickfang. "950 Arbeitsstunden haben wir hier in mehr als zwei Jahren verbracht", sagt Peter Ploch. Der Vorsitzende des Modelleisenbahnvereins Neu-Isenburg hat mit den anderen rund 45 Mitgliedern das Gebäude renoviert, die Materialkosten von knapp 7000 Euro hat die Stadt übernommen, außerdem für Strom- und Wasseranschluss gesorgt.

Das Bauwerk aus dem Jahr 1903 war noch bis 1999 als Stellwerk in Betrieb - in den letzten Jahren nur noch zwei Mal wöchentlich, um die Waggons für das benachbarte Unternehmen Branntwein Monopol vorfahren zu lassen. Danach verkam das Gebäude mit dem Fachwerk-Aufsatz. Als die Stadt das Gelände mitsamt Stellwerk schließlich im Jahr 2007 von der Bahn kaufte, bot sie es dem am Güterbahnhof in zwei Waggons residierenden Modell-Eisenbahn-Club an.

Bald gibt es eine Grünanlage

Nach den weiteren Plänen soll das Stellwerk-Areal von einer Grünanlage umgeben werden, in der auch die beiden Waggons stehen. Beschaulich dürfte es trotzdem nicht werden. Denn rund um das Stellwerk an der Hugenottenallee/Carl-Ulrich-Straße soll im kommenden Jahr ein Kreisel gebaut werden. "Wenn uns dann hier jemand weghaben will, wird es richtig teuer - es sind ja keine Schienen mehr da, um die Waggons wegzufahren", schmunzelt Ploch.

Der "Grüne" und der "Rote" sind die eigentlichen Unterkünfte des seit 1987 bestehenden Vereins. Der grüne frühere Bahnpostwagen aus dem Jahr 1943, wuchtige 40 Tonnen schwer, "war ursprünglich unser erstes Vereinsheim", erzählt Ploch. Vorher hatten sich die Mitglieder in der Bansamühle getroffen. Mit dem Kauf eines zweiten Waggons gibt es jetzt einen roten Gesellschaftswagen und eine Unterkunft für die beeindruckende 160 Meter Gleise umfassende Modellanlage.

Damit die aus drei Mitgliedern bestehende Jugendabteilung mehr Zulauf erhält, plant der Vorsitzende, die Anlage per PC steuern zu lassen. "Damit können wir dann vielleicht auch mehr Jugendliche begeistern." Aber auch für weitere Bahnhöfe, Gebäude, Tierherden, kleine Wälder und Brücken ist Platz. Ein Nachbau des Stellwerks existiert im Modell schon. "Man wird eigentlich nie fertig", sagt Ploch.

Im frisch renovierten Original-Stellwerk bietet sich jetzt Platz für Ausstellungen, für die Jugendarbeit, für ein Lager und für ein Modell des alten Güterbahnhofs mit allen sieben Gleisen. Daneben existiert weiterhin auch noch ein Seilzug für eine Schranke. Dieser alte Mechanismus bleibt erhalten, und Ploch versichert "aber die Schranke lassen wir erst runter, wenn wir im Kreisel sind, nicht vorher."

www.meci-neu-isenburg-de

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