Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Erstklässler hören Shala Mustaghni aufmerksam zu.
+
Die Erstklässler hören Shala Mustaghni aufmerksam zu.

Neu-Isenburg

Großes Interesse an Islamkunde

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
    schließen

Die Hauff-Schule in Neu-Isenburg zählt zu den 27 Schulen, die am hessischen Modellversuch teilnehmen und das Fach Islamkunde anbieten. Der Erfolg zeigt sich bereits - Eltern und Schüler haben viel Interesse an dem Angebot.

Das Thema Islam ist mit zahlreichen Vorurteilen belastet: Wird über die Religion debattiert, dann geht es selten um Inhalte, sondern oft um Kopftücher, Extremismus, Unverständnis. Dabei gibt es auch kleine Dinge, die gegen alle Klischees ganz harmonisch funktionieren – der Islamunterricht, den das Land Hessen seit diesem Schuljahr für Erstklässler in einigen wenigen ausgesuchten Grundschulen anbietet, ist so ein Beispiel.

Hessen ist das erste Bundesland, das Islamkunde als Schulfach anbietet. 27 Schulen nehmen landesweit an dem Modellversuch teil. In Stadt und Kreis Offenbach sind das nach Angaben des Leiters des Staatlichen Schulamts Offenbach, Peter Bieniussa, die Wilhelm-Hauff-Schule in Neu-Isenburg, die Aue- und die Sterntalerschule in Dietzenbach sowie die Offenbacher Mathilden- und Humboldtschule. Mechthild Hißler, die Leiterin der Neu-Isenburger Schule, hat jetzt nach dem ersten Halbjahr eine erste Bilanz gezogen. Sie macht kein Hehl daraus, wie begeistert sie von dem neuen Fach auf dem Stundenplan und der Religionslehrerin Shahla Mustaghni ist.

17 Lehrkräfte hessenweit

Ein Kopftuch trägt die Frau auch im Islamunterricht nicht, es sei denn, sie zitiert aus dem Koran. Das sei eine „tolle, weltoffene Lehrerin, die sehr gut mit den Kindern umgehen kann“, schwärmt die Schulleiterin. „Sie zeigt großes persönliches Engagement.“

Mustaghni, die eigentlich an einer Schule in Frankfurt-Oberrad unterrichtet und nur mittwochs nach Neu-Isenburg kommt, ist eine von 17 Islam-Lehrern hessenweit. Alle sind ausgebildete Grundschullehrer und haben eine Zusatzausbildung an der Uni Gießen absolviert. Bisher haben zwei islamische Religionsgemeinschaften ein Abkommen mit dem Land geschlossen,. das den Unterricht möglich macht. Das sind die türkisch-islamische Union (DITIB), die sunnitisch orientiert ist, und die Ahmadiyya-Gemeinde. Beide hätten das Grundgesetz und die hessische Verfassung anerkannt, sagt Hißler.

Schülerzahl verdoppelt sich

„Wir waren ziemlich überrascht, als wir am Anfang des Schuljahrs die Anfrage des Schulamts bekamen“, sagt Hißler. „Aber wir haben erst mal zugesagt.“ Acht Kinder sind die Mindestgröße einer Klasse, die damals grade so zustande kam. Der Besuch ist freiwillig, alternativ könnten die Kinder auch den Ethikunterricht besuchen. Mittlerweile sind aber schon 17 Kinder in Mustaghnis Klasse, die sunnitisch orientiert ist.

Ihre Eltern stammen unter anderem aus Afghanistan, Pakistan, Bosnien und der Türkei. Die dreizügige Grundschule habe einen hohen Migrantenanteil, sagt die Rektorin. Wie hoch der genau ist, kann sie nur schätzen, es seien aber mindestens 50 Prozent. „Die Eltern haben großes Interesse an dem Angebot“, betont Hißler.

Für sie ist der neue Unterricht „eine sehr gute Entwicklung“. „Damit zollt man den Eltern Respekt und grenzt sie nicht aus. Wenn die Kinder zusammenkommen, habe ich das Gefühl, das ist ein Stück Familie und ein Stück Heimat“, sagt Hißler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare