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Vor der Tür des Gebäudes in der Zeppelinstraße 10, wo sich heute die nach der Gründerin des jüdischen Frauenbundes benannte Bertha-Pappenheim-Seminar- und Gedenkstätte befindet, wird am Donnerstag, 6. Mai, eine sogenannte Stolperschwelle verlegt. Dazu wird der Kölner Künstler Gunter Demnig erwartet, der bereits bundesweit in rund 800 Kommunen und im im vergangenen Jahr auch in Neu-Isenburg seine Stolpersteine verlegt hat. Unser Bild entstand bei der Stolperstein-Verlegung in der Frankfurter Straße.

Neu-Isenburg

Mahnung an der Schwelle

Zahlreiche Frauen und Kinder sind in der NS-Zeit aus dem Heim des jüdischen Frauenbundes deportiert und ermordet worden. Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer.

Von Achim Ritz

Die Opfer des Nazi-Terrors waren so zahlreich, dass ein Stolperstein allein nicht ausreicht, um an die Schicksale der Frauen und Kinder zu erinnern. Aus dem Heim des jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg wurden im Nationalsozialismus viele Menschen deportiert und ermordet.

Vor der Tür des Gebäudes in der Zeppelinstraße 10, wo sich heute die nach der Gründerin des jüdischen Frauenbundes benannte Bertha-Pappenheim-Seminar- und Gedenkstätte befindet, wird am Donnerstag, 6. Mai, eine sogenannte Stolperschwelle verlegt. Dazu wird der Kölner Künstler Gunter Demnig erwartet, der bereits bundesweit in rund 800 Kommunen und im im vergangenen Jahr auch in Neu-Isenburg seine Stolpersteine verlegt hat.

Während der Verlegung der Stolperschwelle werden Schüler des Goethe-Gymnasiums fünf ausgewählte Biografien von ehemaligen Bewohnerinnen des Heimes verlesen. Die Texte berichten auch von dem Schicksal der ehemaligen stellvertretenden Leiterin des Heimes, Helene Krämer. Die Messingschwelle soll die Inschrift tragen: "Im Heim des jüdischen Frauenbundes (1907-42) lebten Frauen und Kinder. Mehr als 250 von ihnen wurden deportiert und ermordet."

Nach Darstellung der Neu-Isenburger Historikerin Heidi Fogel lebten damals zeitgleich 130 Frauen und Mädchen mit ihren Kindern in dem Heim, das beim Pogrom 1938 von den Neu-Isenburgern angezündet worden war. Die Gestapo löste die Einrichtung 1942 auf. Heute sind 471 ehemalige Bewohnerinnen namentlich bekannt. Das Schicksal von 100 konnte aufgeklärt werden.

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