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Zahlen liegen Aleksandra Olszewska. Die Schülerin kam im Sommer 2009 mit ihrer Mutter und dem zehnjährigen Bruder nach Deutschland und hat in Neu-Isenburg ein Zuhause gefunden. Beim Mathematik-Wettbewerb auf Kreisebene schaffte sie jetzt den ersten Platz.

Dreieich/

Gut gerechnet

Die Achtklässlerin Aleksandra Olszewska hat beim Mathe-Wettbewerb des Kreises den ersten Platz erreicht. Erst vor neun Monaten kam sie aus Polen - und wundert sich immer noch über das Deutsche.

Von Achim Ritz

Das mit den zusammengesetzten Substantiven im Deutschen sei für sie als Polin nicht so einfach. "Blutkreislauf", sagt Aleksandra Olszewska. Der Dreiteiler hört sich für sie seltsam an. "Oder Fensterrahmen."

Zwei oder drei verbundene Nomen klingen irgendwie komisch. Logisch ist Deutsch auch nicht gerade. Ein Bespiel gefällig? Ein Schulleiter leitet eine Schule, und was macht ein Zitronenfalter? Aleksandra zuckt mit den Schultern und lacht, als sie von dem gelben Schmetterling hört.

Das Wörterbuch hat die junge Frau aus dem polnischen Städtchen Poznan immer dabei. Selbst im Mathematik-Unterricht in der Sprendlinger Heinrich-Heine-Schule, in der sie die Klasse G 8 a besucht. Das G steht für Gymnasium. Das in Polen war mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet. Zahlen liegen der Schülerin, die im Sommer des vergangenen Jahres mit ihrer Mutter und dem zehnjährigen Bruder nach Deutschland gekommen ist und in Neu-Isenburg ein Zuhause gefunden hat. Beim Mathematik-Wettbewerb auf Kreisebene schaffte sie jetzt den ersten Platz.

Den Rummel um diesen Erfolg mag Aleksandra nicht. Bescheidenheit und Zurückhaltung gefallen ihr besser, als im Mittelpunkt zu stehen. Aleksandra ist nicht verrückt nach Zahlen, "doch sie haben eine Bedeutung für mich". Sie spielt auch gern Schach. Im Neu-Isenburger Club habe sie es vor ein paar Monaten versucht, aber die älteren Männer hätten zu lange für die Züge auf dem Brett gebraucht.

Aleksandra kann gut rechnen, und die anderen Schüler müssen mit ihr rechnen. Beim Landesentscheid im nächsten Monat beispielsweise. "Mathe macht Spaß", sagt die groß gewachsene Schülerin. Und was noch? "Lesen."

Ihre Mutter ist Übersetzerin und habe ihr gesagt, sie solle viel lesen, denn dadurch könne sie auch gut Deutsch lernen. Außerdem werde zu Hause Deutsch gesprochen. Das passt alles und hat was mit Integration zu tun. Aleksandra, die sich mit ihrer Familie in Neu-Isenburg und in der Gesamtschule in Sprendlingen wohlfühlt, sagt, dass sie in Poznan wegen ihrer dunklen Hautfarbe - ihr Vater ist aus Äthiopien - aufgefallen sei. Es habe auch einen Schimpfnamen gegeben.

In der neuen Welt im Westen ist viele anders. Was ihr anfangs aufgefallen ist? "Hier hat man beim Mittagessen für den Salat einen extra Teller. Wieso eigentlich?

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