Ein kleines Nebengebäude des Doktorhauses wurde schon dem Erdboden gleichgemacht.  
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Ein kleines Nebengebäude des Doktorhauses wurde schon dem Erdboden gleichgemacht.

Rodgau

Die Gegenwehr hat sich gelohnt

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Anwohner des historischen Doktorhauses in Rodgau-Dudenhofen haben gegen die geplante zu hohe Bebauung protestiert - und sind jetzt erfolgreich.

Eineinhalb Jahre lang sind Anwohner gegen eine geplante Wohnanlage am historischen Doktorhaus im Rodgauer Stadtteil Dudenhofen zu Felde gezogen, gründeten eine Interessengemeinschaft, sammelten Unterschriften, suchten sich einen Rechtsberater. Der Neubau an der Nieuwpoorter Straße 130, der das einstige Wohnhaus des Gemeindearztes U-förmig umschließen soll, war in ihren Augen überdimensioniert, vor allem zu hoch, aber auch zu massiv ausgelegt. Ihr Kampf hat sich gelohnt: Am Montag werden die Stadtverordneten in ihrer Sitzung einen Änderungsantrag beschließen, der statt dreieinhalb nur noch zweieinhalb Geschosse vorsieht.

Überraschend einigte sich die Viererkooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern zusammen mit der CDU in der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Dienstagabend auf einen gemeinsamen Änderungsantrag, der die abgespeckte Geschosszahl für das Bauvorhaben Doktorhaus vorsieht. Der Antrag wird somit am Montag im Stadtparlament eine breite Mehrheit finden.

Noch vor ein paar Tagen sah es ganz anders aus: Elf schriftliche Stellungnahmen waren zu dem Projekt eingegangen, aber im Abwägungsergebnis, das die Stadt Rodgau zum Bauvorhaben veröffentlicht hatte, war auf die vielfältigen Einwände und Anregungen der Bürger so gut wie nicht eingegangen worden. Die Beschlussvorlage des Magistrats berücksichtigte nur den Wunsch, zunächst das historische Doktorhaus binnen 24 Monaten zu sanieren, bevor der U-förmige Neubau begonnen wird.

„Die Weichen sind jetzt sehr eindeutig zu unseren Gunsten gestellt“, sagt Isabel Friedrich, Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Doktorhaus. Man sei froh über dieses Entgegenkommen und sei gleichzeitig gespannt darauf, wie die Bauausführung dann aussehe. „Wir hoffen, dass ein Geschoss weniger nicht nur 1,50 Meter weniger Höhe bedeutet“, so Friedrich. Ursprünglich sollte der Bauklotz mit seinen dreieinhalb Geschossen 13,30 Meter hoch sein – obwohl Dudenhofen von zweigeschossiger Bauweise geprägt ist. Nur ein Nachbargebäude ist höher, wurde aber „vor Jahren ausnahmsweise so genehmigt, weil schnell sozialer Wohnraum nötig war“.

Nach wie vor sei ein 50 Meter breiter zusammenhängender Baukörper geplant, sagt Friedrich. Deshalb begrüße es die IG, wenn der Investor Erba Bau- und Immobilien GmbH die Wohnanlage auch noch in Einzelgebäude auflösen könnte. Erst wird nun der Bebauungsplan geändert, dann geht es erneut in die Offenlage.

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