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Bildung

Auf dem Weg zur Ganztagsschule

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Landrat Oliver Quilling will mehr Ganztagsschulen im Kreis. Die Schulleitungen sollen dabei künftig die Verantwortung tragen. Die bisherige Organisation über Fördervereine ist ihm zu "improvisiert". Das und die unklare Finanzierung stößt auf Kritik in den Kommunen.

Alle Grundschulen im Kreis Offenbach sollten sich mindestens zu offenen Ganztagsschulen entwickeln, die den Schülern täglich bis 16 oder 17 Uhr ein Angebot machen. Das nennt Landrat Oliver Quilling (CDU) als „Fernziel“ für den Ganztagsschulausbau. Bisher gibt es samt weiterführenden Schulen nur sieben dieser offenen Ganztagsschulen im Kreis und sogar nur vier gebundene Ganztagsschulen. Eine pädagogische Mittagsbetreuung bieten 42 Schulen an.

Das Ausbaukonzept, das Quilling dem Kreistag jetzt vorlegte, sieht unter anderem eine neue Organisationsstruktur vor. Künftig soll die Schulleitung die Gesamtverantwortung für die Ganztagsangebote tragen. „Einer muss den Hut aufhaben“, begründet das Quilling. Die bisherigen Strukturen, bei der in vielen Städten Fördervereine nicht nur das Mittagessen organisieren, sondern auch die Nachmittagsbetreuung stemmen, nennt er improvisiert. „Ohne das Engagement der Fördervereine wären wir nicht so weit“, räumt er aber ein.

Eltern und Gemeinden sollen zahlen

Nach dem vom Kreisausschuss beschlossenen Konzept soll die Anwesenheitspflicht für die Schüler um 15.30 Uhr enden, danach eine „Ausgleitphase“ beginnen, die in freiwillige Angebote „angeleiteter Freizeit“ - also Sport, Musik oder kreative Gestaltung - übergeht. Dieses freiwillige Betreuungsangebot sollen dem Konzept nach die Kommunen finanzieren, die ja „finanzielle Ressourcen aus dem traditionellen Hortbereich“ einsetzen könnten. Auch für die Betreuungsangebote vor 15.30 Uhr sollen aber offenbar weiterhin Eltern und Kommunen bezahlen – ganz gleich, ob es sich um Grundschulen mit oder ohne Ganztagsschulprofil handelt.

Ganztagsschulen, die eine Kernzeit verpflichtend vorgeben, würden irgendwann beitragsfrei sein, sagt Quilling im Gespräch mit der FR. In dieser Frage sei aber das Land Hessen am Zug. Dessen Beteiligung soll in einer Rahmenvereinbarung fixiert werden. Auch mit dem Kommunen will der Kreis verbindliche Abmachungen treffen.

In Widerspruch zum Gesetz

Erste Kritik an dem Konzept kommt aus Rodgau. Für den Ersten Stadtrat Michael Schüßler (FDP) taugt dieses bestenfalls als Diskussionsgrundlage. Was dort zur künftigen Organisation und zur Finanzierung gesagt ist, nennt er nebulös. „Sehr dünn wird es, wo wir über Konkretisierungen reden.“ Schüßler wundert sich etwa, dass die Fördervereine in dem Konzept nur einmal genannt werden, obwohl diese bisher maßgeblich das Angebot organisierten. Allein die Stadt Rodgau zahle ihnen jedes Jahr fast eine Million Euro.

Unklar findet Schüßler auch, wer die Betreuung in der Zeit von 12.30 bis 15.30 Uhr finanziert. Nach dem Konzept müsse das eigentlich der Kreis Offenbach sein, zumal die Schulleitung künftig die Verantwortung tragen solle. Bisher zahlten aber allein Eltern und Kommune. „Solange wir Angebote finanzieren, erwarten wir als Stadt ein Mitbestimmungsrecht“, macht Schüßler klar.

„Nicht mit dem Gesetz in Einklang zu bringen“ sei, dass Eltern selbst für das Nachmittagsangebot an Ganztagsschulen zahlten. Dabei stehe in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen, dass der Besuch kostenfrei sei.

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