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Auf der Brachfläche an der Offenbacher Straße sollen 187 neue Wohnungen entstehen.

Dietzenbach

Im Frühjahr wird viel gebaut

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In Dietzenbach sollen Eigentums- und Mietwohnungen sowie Eigenheime entstehen. Es sind mehrere Wohnbauprojekte geplant. Die FR gibt einen Überblick.

Baukräne werden in den kommenden Monaten das Dietzenbacher Erscheinungsbild mitprägen. In der Stadt sind mehrere Wohnbauprojekte geplant. Das größte Vorhaben wird an der Offenbacher Straße gegenüber dem Bürgerhaus realisiert, auf der Freifläche zwischen dem Legokreisel und der Straße Am Stadtpark. Dort sollen 187 neue Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Ein paar hundert Meter weiter in Richtung Stadtgrenze, an der Ecke Siedlerstraße / Geschwister-Scholl-Straße, werden im Frühjahr Eigenheime hochgezogen. Und auch in Altstadtnähe wird bald gebaut: Am Dr.-Heumann-Weg errichten sowohl die Stadt Dietzenbach als auch der Kreis Offenbach Reihenhäuser.

„Wir bebauen die letzte größere zusammenhängende Wohnbaufläche, die wir als Stadt noch haben“, sagt Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) über das Areal zwischen dem sogenannten Legokreisel und Hessentagspark. Dann gebe es zusammenhängende Wohnbauflächen nur noch im Privatbesitz.

Eigentlich stand das Baufeld 72 – so die offizielle Bezeichnung – auf der Tagesordnung der gestrigen Stadtverordnetenversammlung. Doch die Abstimmung über den Verkauf des 15 200 Quadratmeter großen Areals an die NCC Deutschland aus Fürstenwalde wurde geschoben. Der Grund: Erst vor ein paar Tagen hatten die Bauausschussmitglieder ein vergleichbares NCC-Wohnbauprojekt in Langen besichtigt und können nun, so Rogg, über die Stadtverwaltung noch Gestaltungsvorschläge an die NCC richten. In der Februar-Sitzung des Stadtparlaments soll der Beschluss fallen.

Abwechslungsreicher gegliedert

Der Verkauf des Areals war schon im Dezember vertagt worden, weil die Fassaden der viergeschossigen Häuser nach Meinung der Parlamentarier zu monoton gestaltet waren. NCC überarbeitete daraufhin den Entwurf und gliederte die Fronten der vier Gebäude abwechslungsreicher.

5,5 Millionen Euro wird das Fürstenwalder Unternehmen für die Baufläche hinblättern. Sie lässt darauf 132 Eigentumswohnungen und 55 Mietwohnungen entstehen, zwei bis vier Zimmer groß und mit Tiefgaragen-Plätzen. Auch zwei kleine Gewerbeeinheiten mit einer Nutzfläche von insgesamt 360 Quadratmetern sind vorgesehen. Angrenzend an die Wohnbebauung, direkt am Legokreisel, will die Lindhorst-Gruppe ein Seniorenpflegeheim errichten. Der Baustart ist im Frühjahr geplant, Fertigstellung im Sommer 2017.

Unweit davon, gegenüber der Esso-Tankstelle an der Ecke Siedlerstraße / Geschwister-Scholl-Straße, wird ein Areal bebaut, das rund 2270 Quadratmeter groß ist. Die Hanseatische Immobilien Treuhand GmbH aus Stade hat es der Stadt für 738 000 Euro abgekauft. Die Imaxx Gesellschaft für Immobilien-Marketing vertreibt die vier Doppelhaushälften und fünf Reihenhäuser, die mit jeweils 142 Quadratmetern Wohnfläche entstehen sollen. „Sobald es das Wetter zulässt“, so Christiane Fehrmann von der Imaxx, soll Baubeginn sein. Die Doppelhäuser seien „so gut wie alle verkauft“, bei den Reihenhäusern „so gut wie die Hälfte“.

Schon lange sollte eigentlich eine Baulücke am Rande der Altstadt, am Dr.-Heumann-Weg, gleich neben der Ernst-Reuter-Schule, geschlossen sein. Doch der schnellen Verwirklichung stand ein komplexes Baulandumlegungsverfahren entgegen, in dem Baugebiete getauscht und neu geordnet werden mussten. Ein Teil der Fläche gehörte dem Kreis Offenbach, ein Teil der Stadt. „Bis Ende 2015 hat uns die Umlegung beschäftigt“, so der Bürgermeister.

Pächter schon gefunden

Wenn die umgelegten Grundstücke ins Grundbuch eingetragen sind, kann die heimische Werkmann Bauträger GmbH auf dem städtischen Teil der Fläche loslegen. „Noch etwa vier Wochen“, sagt Uwe Werkmann. Sein Unternehmen möchte dort zehn unterkellerte, zweigeschossige Reihenhäuser mit 180 bis 250 Quadratmetern Grundstücksfläche bauen. Auch ein Wohn- und Geschäftshaus mit acht Mietswohnungen auf 800 Quadratmetern sowie zwei Geschäftsräume sind geplant. Pächter für die 250 Quadratmeter Gewerbefläche stehen schon Gewehr bei Fuß: „Ein medizinischer Fachhandel, sowie wahrscheinlich eine asiatische Küchenkette“, so Werkmann.

Der Kreis lässt Werner-Wohnbau aus Niedereschach im Schwarzwald auf seinen rund 2500 Quadratmetern ebenfalls zehn Reihenhäuser entwickeln. Jedes der Eigenheime hat 136 Quadratmeter Wohnfläche und 5,5 Zimmer, verteilt auf drei Etagen. Man sei jetzt in den Vertrieb gegangen, Reservierungen lägen schon vor, sagt Steffen Schleimer aus der Unternehmenskommunikation. „Wir müssen vorher noch ein altes Verwaltungsgebäude der Schule abreißen und hoffen, im Mai beginnen zu können.“

2019/2020 wird es laut Rogg einen neuen regionalen Flächennutzungsplan geben. „Wenn wir neue Wohnbauflächen ausweisen wollen, müssen wir den Bedarf begründen“, sagt der Bürgermeister. Deshalb entwickelt die Stadtverwaltung aktuell ein Flächenpotenzialkataster, das dem Magistrat noch vorgestellt wird. „Wir schauen per Luftbild, wo bebaubare Flächen sind und wo verdichtet werden kann“.

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