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Ein Erntewagen zeigt bis Sonntag 100 landwirtschaftliche Produkte im Gut Neuhof.

Dreieich Landwirte

Frost hat Ernte wenig geschadet

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Landwirte ziehen eine überwiegend positive Bilanz. Einige Bauern haben zudem von den derzeit wegen der Dürre in den Vereinigten Staaten sehr hohen Weltmarktpreisen zum Beispiel für Weizen profitiert.

Trotz des heftigen Kälteeinbruchs im Januar mit zweistelligen Minusgraden haben die Bauern in Dreieich dieses Jahr nicht viel Grund zu klagen gehabt. Denn die Kälte hat einen deutlich kleineren Teil des Wintergetreides zerstört als etwa im Taunus, der Rhön oder den Hochlagen des Odenwalds. Die Region sei mit einem blauen Auge davon gekommen, sagte Axel Trumpfheller von der Raiffeisen-Warenzentrale in Lengfeld (Kreis Darmstadt-Dieburg) gestern bei einer Erntebilanz im Gut Neuhof. Einige Bauern hätten zudem von den derzeit wegen der Dürre in den Vereinigten Staaten sehr hohen Weltmarktpreisen zum Beispiel für Weizen profitiert.

„Für mich war es ein gutes Jahr“, sagte Manfred Arndt, Vorsitzender des Offenthaler Ortsbauernverbands, gestern bei einer Erntebilanz im Gut Neuhof. Ihm sei trotz der Minusgrade kein Weizen erfroren, die Wintergerste habe er trotz Frostschäden stehen lassen – und das Glück gehabt, dass sie sich wegen der günstigen Witterung im Mai und Juni noch gut entwickelte. Auch beim Grünland habe es gute Erträge gegeben.

Etwas weniger positiv fällt die Bilanz des Dreieichenhainer Landwirts Rainer Beck aus, der Pensionspferde hält, aber auch Ackerbau betreibt. Nur unterer Durchschnitt sei die Ernte diesmal gewesen, allerdings nicht so schlecht wie im Vorjahr.

Arndt und Beck sind zwei von nur noch etwa zehn Vollerwerbslandwirten in Dreieich. Zwanzig weitere Bauern im Stadtgebiet gehen dem Beruf nach Schätzungen der Landwirte im Nebenerwerb nach. Im Kreis Offenbach gibt es, wie Thomas Jäger vom Amt für den ländlichen Raum in Bad Homburg gestern sagte, noch 140 Landwirte, davon 70 Bauern im Nebenerwerb. Volker Kuch vom Bornwaldhof in Sprendlingen zum Beispiel arbeitet als Ingenieur in der Baumaschinentechnik, seine Frau halbtags als Bilanzbuchhalterin. Wie viele Höfe im Kreis Offenbach setzt ihrer auf Pferdehaltung. 37 Pferde hat er in den Ställen – 35 Einsteller, zwei eigene. Aus den Äpfeln der Streuobstwiesen keltert Kuch Apfelwein und brennt Schnaps.

Freie Wochenenden oder Abende bleiben da nicht. In der Saison arbeiteten sie abends bis 22 Uhr, berichtet Kuch. Nur im Winter gebe es Sonntage, an denen sie nachmittags einmal nichts machen müssen.

Den Betrieb mit 40 Hektar Fläche hat Kuch vor 15 Jahren von seinem Vater übernommen. Dieser betrieb in vierter Generation hauptberuflich Ackerbau, hatte aber auch noch Schweine, Rinder und Milchkühe. Doch für einen heutigen Vollerwerbsbetrieb sei der Hof zu klein gewesen, sagte Kuch gestern. Er hofft, dass seine Kinder – eine Tochter, zwei Söhne, einmal in seine Fußstapfen treten.

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