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Die Schranke am Buchschlager Bahnübergang ist meist geschlossen. Die Pläne für die Südumfahrung Buchschlag-Sprendlingen stehen vor dem Aus. Sollte die Stadt Dreieich an ihrer Ablehnung der geplanten Trasse festhalten, will die Landesregierung das Vorhaben fallen lassen. Das geht aus einer Stellungnahme des für die Planung zuständigen Amts für Straßen und Verkehrswesen Frankfurt (ASV) hervor.

Dreieich

Südumfahrung auf der Kippe

Wenn die Stadt an ihrer Ablehnung festhält, will das Land die Pläne für eine Umgehung von Buchschlag und Sprendlingen fallen lassen. Um die Straße wird seit Jahrzehnten gestritten. Von Maurice Farrouh

Von Maurice Farrouh

Die Pläne für die Südumfahrung Buchschlag-Sprendlingen stehen vor dem Aus. Sollte die Stadt Dreieich an ihrer Ablehnung der geplanten Trasse festhalten, will die Landesregierung das Vorhaben fallen lassen. Das geht aus einer Stellungnahme des für die Planung zuständigen Amts für Straßen und Verkehrswesen Frankfurt (ASV) hervor.

Die neue Straße, welche die Stadtteile Buchschlag und Sprendlingen vom Durchgangsverkehr entlasten soll, ist in der Stadt hoch umstritten. Sollte sie gebaut werden, müsste sich die Stadt Dreieich mit mehreren Millionen Euro an den Kosten beteiligen.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte die Pläne im April vergangenen Jahres mit dem Hinweis auf ungenügenden Lärmschutz, nicht untersuchte Alternativen zur Querung der Bahnlinie sowie zu hohen Kosten für die Stadt abgelehnt.

"Die politische Auseinandersetzung ist erneut eröffnet", kommentierte Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) das jetzt vom ASV vorgelegte Papier. Es ist die Erwiderung auf die ablehnende Stellungnahme Dreieichs. Das ASV droht darin offen, die Pläne komplett fallen zu lassen, sollte die Stadt nicht von ihrer ablehnenden Haltung abrücken. "Durch die derzeitige Nichtzustimmung entfällt für uns die Geschäftsgrundlage für den weiteren Fortgang des Verfahrens", heißt es in dem Schreiben.

Gutachten neu bewertet

Die Straßenbauverwaltung hatte die Bedenken der Stadt zum Anlass genommen, die der Planung zugrundeliegenden Gutachten noch einmal zu bewerten. Viel Neues ist dabei jedoch nicht heraus gekommen.

"Durch das schalltechnische Gutachten wird eindeutig belegt, dass die auf die Bebauung einwirkenden Schallimmissionen die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht überschreiten." Auch die geforderte Unterquerung der Bahnlinie sei zwar untersucht worden, aufgrund "erheblicher weiterer Eingriffe in Natur, Landschaft und Wasserhaushalt sowie aus Kostengründen nicht möglich".

Die Umfahrung ohne eine Anschlussstelle an die Autobahn 661 zu planen, wie das Dreieich ins Gespräch gebracht hatte, um eventuell Kosten zu sparen, sei nicht sinnvoll, meint das ASV. Die erwünschte Entlastungswirkung sei ohne Autobahnanschluss nicht zu erreichen. Allerdings soll die Stadt, anders als bisher geplant, nun nicht mehr für den Anschluss zahlen müssen.

Damit wird die Umfahrung für die Stadt deutlich günstiger. Statt rund 11,25 Millionen Euro bleibt ein Kostenanteil von rund 5 Millionen, den die Stadt tragen müsste. Ein Teil davon sei förderfähig. Über Höhe und Modalitäten der Förderung seien jedoch zurzeit keine verbindlichen Zusagen möglich.

FDP könnte zum Zünglein an der Waage werden

Die Stadtverordneten sollen sich jetzt im April erneut mit der Südumfahrung befassen. Zum Zünglein an der Waage könnte am Ende die FDP werden. Sie hatte sich vor der Parlamentsabstimmung im April zunächst für die Umfahrung ausgesprochen, dann aber mit SPD und Grünen dagegen gestimmt. CDU und Freie Wähler votierten für die Pläne.

Die Stellungnahme des ASV liege den Fraktionen bislang nicht vor, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Gericke der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Seine Fraktion wolle die aktualisierte Planung erst ausführlich intern diskutieren und sich dann entscheiden.

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