Rödermark

Status quo für Jägerhaus

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die FDP ist mit einem Antrag gescheitert, dass die Stadt das Gebäude verkaufen soll. Unter anderem sind den Liberalen die jährlichen Erhaltungskosten zu hoch.

Die FDP wollte Rödermark von einer „Last“ befreien: Die Stadt sollte für das Jägerhaus, in Ober-Roden an der Ecke zum Rathausplatz gelegen, einen Investor suchen, hieß es in einem Antrag. Man könne doch das Gebäude an einen Investor verkaufen, der dort Wohnungen schafft, meinten die Freidemokraten. AL und CDU schmetterten das Ansinnen in der Sitzung am Dienstagabend aber mit Stimmenmehrheit ab.

Ende 2011 wurde das Jägerhaus an der Dieburger Straße 21 „ohne durchdachten Plan für eine Nutzung“ erworben, schrieb die FDP in ihrem Antrag. Der Partei sind die jährlichen Erhaltungskosten für das Anwesen ein Dorn im Auge: mehr als 10 000 Euro „ohne Gegenwert“. Aktuell nutzt das Haus eine Doktorandin, die dort für ihre Promotionsarbeit die Grabungsfundstücke des Ober-Rodener Ortskerns sortiert.

„Was kann uns Besseres passieren, als dass ein Investor in unserem Sinne das Haus umbaut?“, fragte Norbert Schultheis (SPD). „Solche Gebäude verkauft man nicht, weil sie an einem neuralgischen Punkt liegen“, machte Michael Gensert (CDU) klar. Die Stadt gebe sonst Gestaltungshoheit aus der Hand. Es sei falsch, rein betriebswirtschaftlich zu planen. An den Magistrat könne aber durchaus der Auftrag gehen, Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Bearbeitung der Fundstücke dauere noch zwei bis drei Jahre, erklärte Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne). Deshalb sei man „nicht in Eile“. Das Gebäude könnte Teil eines historischen Stadtarchivs werden. Deshalb halte er den Verkauf „für einen Kulturfrevel ersten Ranges“. Im übrigen mache es Sinn, abzuwarten, ob die Stadt mit dem Ortsteil Ober-Roden den Zuschlag für das Förderprogramm zum Stadtumbau bekommt. ann

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