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Die Lärmschutzwand an der B45 in Jügesheim ist mittlerweile dicht bewachsen.

Rodgau

Stadt fordert kein Geld für Lärmschutz

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Die Stadt Rodgau soll nicht länger versuchen, die Anlieger an den Kosten für den vor 20 Jahren gebauten Lärmschutzwall an der Bundesstraße 45 zu beteiligen. Das empfiehlt der Magistrat dem Stadtparlament.

Rodgaus Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) sprach gestern davon, die Reißleine zu ziehen. Damit könnte ein jahrelanger Streit über die Frage, wer für den Lärmschutz an der B45 zahlen muss, zu Ende gehen. Nach dem aktuellen Satzungsentwurf wollte die Stadt zunächst 1,5 Millionen Euro, dann 850.000, schließlich 350.000 Euro auf die Anwohner umlegen.

„Das Risiko, beklagt zu werden, wäre sehr groß“, sagte Hoffmann gestern. Es sei schwer, zu einem rechtssicheren Ergebnis zu kommen, meinte auch Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Gutachten und Gerichtskosten kosteten die Stadt mehr als die Kostenbeteiligung bringt. Die Position der Stadt sei schwierig. So habe sie noch in den Jahren 2003 und 2004 Grundstücke an junge Familien in dem Gebiet lastenfrei verkauft – ohne darauf hinzuweisen, dass die Kosten für den Lärmschutzwall drohen. Die noch von Hoffmanns Vorgänger, Bürgermeister Alois Schwab, (parteilos) vorgelegte Satzung sei nicht anwendbar, weil die direkt am Lärmschutzwall Wohnenden ausgenommen seien. Auch die Bürgerinitiative gegen die Erschließungsbeiträge hatte die Beschränkung der Kostenbeteiligung auf die Bewohner der früheren Neubaugebiete J12A und J12C als willkürlich kritisiert.

Renate Conrad von der Initiative zeigte sich gestern froh, über die positive Aussage Hoffmanns. Noch wolle sie aber die Sitzung des Stadtparlaments abwarten. Klar sei aber: „Ohne das Engagement der BI, hätten wir längst den Bescheid bekommen.“

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