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Weniger Abfall, weniger Gebühren.

Rodgau

Stadt belohnt Müll-Trenner

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Mehr Geld für ihren Müll müssen die Rodgauer von 1. Januar an bezahlen - trotzdem wird die Müllabfuhr nicht für alle teurer. Wer alleine lebt und wenig Abfall verursacht, muss nur noch vier Leerungen im Jahr bezahlen.

Die Müllgebühren in Rodgau steigen zum Jahresbeginn kräftig. Wer eine 60-Liter-Tonne vor der Tür stehen hat, zahlt statt 80,26 Euro für 13 Leerungen im Jahr künftig 116,30 für nur noch zehn Mindestleerungen. Jede Zusatzleerung soll 6,46 Euro kosten. Das hat Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) gestern berichtet. Über die vom Magistrat beschlossene Änderung der Abfallsatzung wird das Stadtparlament am 6. Dezember beraten.

Die Gebühren stiegen noch viel stärker, wenn die Stadt den im vergangenen und in diesem Jahr aufgelaufenen Fehlbetrag von 1,4 Millionen Euro in diesem Bereich auf die Bürger umlegen würde. Schon in der vergangenen Sitzung des Stadtparlaments hat die Kooperation von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern aber klar gemacht, dass sie das nicht will. Schließlich hätten nicht die Bürger den Schaden verursacht, sondern Erste Stadträtin Hildegard Ripper (CDU), argumentierte FDP-Fraktonschef Heino Reckließ dort.

Die Stadt kommt mit der Änderung der Abfallsatzung besonders Rodgauern entgegen, bei denen kaum Restmüll anfällt. Wer allein in einem Haus wohnt, muss nicht mehr für mindestens 13 Leerungen im Jahr zahlen, sondern, wem das reicht, nur noch für vier Leerungen. Das kostet dann 77,54 Euro im Jahr. Wer zu zweit ein Haus bewohnt, braucht nur noch sechs Mindestleerungen.

Die Gebühr für die 60-Liter-Tonne steigt stärker als etwa für die große 1100-Liter-Tonne, deren Leerung statt 1442 nun 1628 Euro kosten soll, was Hoffmann mit den Fixkosten erklärt. Die Biotonne bleibe kostenfrei. Neu im System sei der Müll, der bei Unternehmen anfällt.

Langer Weg zur Satzung

Eigentlich sollten die Gebühren bereits im April steigen. Geplant war zunächst eine Erhöhung auf 155,12 Euro im Jahr für 13 Leerungen der Restmülltonne. Doch die Kooperation lehnte die neue Satzung im Februar ab, unter anderem, weil Ripper keine Modelle vorgelegt habe, wie das Defizit am sinnvollsten abzubauen sei.

Ende März wollte die Kooperation dann ursprünglich die Gebühren sogar auf 195 Euro hochschrauben – um den entstandenen Fehlbetrag auszugleichen. Doch weil Ripper kurz vor der Sitzung eine E-Mail des Beratungsunternehmens verteilen ließ, in dem dieses gegen die von ihm selbst durchgerechnete Variante plädierte, platzte die Abstimmung. Die Kooperation zweifelte die Kompetenz der Berater an – und vergab die Neukalkulation an ein neues Unternehmen.

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