Sparkurs verteidigt

Rodgau Hoffmann zum Aus für Rentenberatung

Der Rodgauer Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) hat den Vorstoß der Kooperation von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern, die städtische Rentenberatung einzustellen, gestern gegen Kritik der CDU verteidigt. Es handele sich um einen tragfähigen Vorschlag. Den pro Jahr 60000 Euro teuren Service zu streichen, bedeute für die Masse keine spürbare Einschränkung, sagte er. Ihre Rentenanträge könnten die Bürger weiterhin im Rathaus abgeben. Wer darüber hinaus eine Beratung brauche, sei mit der S-Bahn in 23 Minuten an der Konstablerwache in Frankfurt und kurz darauf in der Stiftstraße, wo die Deutsche Rentenversicherung eine Servicestelle betreibe. Die Antragsteller seien meist im Alter zwischen 55 und 65 Jahren, also in der Regel noch mobil.

In Dietzenbach gibt es laut Stadtmarketing-Agentur noch eine städtische Rentenberatung, in Rödermark bietet ein Mitarbeiter der Rentenversicherung nach Angaben von Pressesprecher Heiko Friedrich zweimal die Woche Beratung an. Diese sei für die Stadt kostenlos. Städtische Mitarbeiter sprängen allerdings ein, wenn dieser einen Termin nicht wahrnehmen könne.

CDU-Fraktionschef Clemens Jäger hatte den Antrag der Kooperation in der vergangenen Woche scharf kritisiert und ihr plakative Kraftmeierei vorgeworfen. Die möglichen Einsparungen stünden in keinem Verhältnis zum Nachteil für die Bürger, monierte Jäger.

Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) verwies gestern auf die hohen Ausgaben für Bildung und den Ausbau von U3-Plätzen. Allein im kommenden Jahr müsse die Stadt 25 zusätzliche Stellen für Erzieherinnen schaffen. Noch 2007 habe die Stadt nicht mal 100 Betreuungsplätze für Kinder bis drei Jahre angeboten, nun seien es schon mehr als 300. 60 Prozent der Kosten für einen U3-Platz trage aber die Stadt. Wenn die Stadt wie gewünscht einen Schwerpunkt auf den Bereich Bildung lege, müsse sie angesichts der Haushaltslage woanders kürzen, sagte Schüßler. (cm.)

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