Bürgermeisterwahl in Rodgau

Schwab und Hoffmann Kopf an Kopf

  • schließen

In Rodgau kommt es am 11. Oktober zur Stichwahl zwischen dem parteilosen Amtsinhaber Alois Schwab und dem SPD-Mann Jürgen Hoffmann. Beide liegen fast gleichauf. Von C. Manus

Wer der nächste Bürgermeister von Rodgau wird, ist weiterhin offen. gegen 20 Uhr sah es so aus, als würde SPD-Kandidat Jürgen Hoffmann den parteilosen Amtsinhaber Alois Schwab mit ganz knappem Vorsprung schlagen - gegen 22 Uhr kehrte sich das Verhältnis um. Damit gehen die beiden in die Stichwahl.

Die Bürger der größten Stadt im Kreis Offenbach werden am 11. Oktober erneut an die Urnen gerufen. Die dritte Kandidatin, Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul (CDU), landet abgeschlagen auf dem dritten Platz. Sie erreichte in keinem einzigen Wahlbezirk die Mehrheit.

Schon früh zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwab und Hoffmann ab, der mit Unterstützung von Grünen, FDP und FWG antrat. "Die Ausgangsposition für die Stichwahl ist ausgezeichnet", sagte Schwab, der mit seinen Anhängern die Wahl in dem brechend vollen Hof des Jügesheimer Bauern Grimm verfolgte.

Die CDU warnte er vor einer Wahlempfehlung für Hoffmann. Die wäre ihr Todesstoß. Die Kooperation und die CDU hätten versucht, den Eindruck zu erwecken, dass er alles falsch mache. Die Wähler hätten nun die Antwort gegeben.

Der Wille zum Wechsel sei sichtbar geworden, sagte Hoffmann, der begleitet von den Fraktionsvorsitzenden der Kooperation und Stadtrat Michael Schüßler (FDP) gegen 21 Uhr auf die Wahlparty im Foyer des Rathauses kam. Er sei sehr zufrieden, das erste Ziel die Stichwahl erreicht zu haben. Nun müsse man versuchen, alle Wähler noch einmal zu mobilisieren. Die CDU werde sich nun entscheiden müssen, welchen Weg sie gehe.

Schweikart-Paul, die die Wahl im Bürgerhaus Weiskirchen verfolgte, gab sich trotz des extrem schwachen Ergebnisses gefasst. Es sei bitter, nicht in die Stichwahl zu kommen, sagte sie. Schwab habe seinen Amtsbonus voll ausgespielt. Über eine Empfehlung für die Stichwahl sei in ihrer Partei jetzt noch nicht entschieden worden.

Bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren war Alois Schwab noch für die CDU angetreten. Der damalige Erste Stadtrat setzte sich 2003 mit 59,9 Prozent der Wählerstimmen gegen Jürgen Kaiser (SPD) durch, der 23,9 Prozent erhielt, Winno Sahm (Grüne) kam auf 16,2 Prozent der Stimmen.

Knapp drei Jahre später knirschte es in der CDU, nachdem Schwab sich 2006 gegen die Wiederwahl seiner Parteikollegin Hildegard Ripper zur Ersten Stadträtin aussprach. Drei Stadtverordnete verließen damals im parteinternen Streit die Fraktion und schlossen sich zur Christlich sozialen Gruppe (CSG) zusammen.

Deren inzwischen nur noch zwei Mitglieder unterstützen Schwab noch.Ganz gleich, wer sich bei der Stichwahl durchsetzen wird, ein Wechsel auf dem Bürgermeisterposten kommt erst in einem dreiviertel Jahr zum Tragen. Schwabs Amtszeit endet am 8. Juni 2010.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare