Rodgau

Ohne Masterplan zur Sonderstatusstadt

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Die CDU scheitert im Parlament von Rodgau mit ihrem Antrag für einen Masterplan für die Stadtentwicklung.

Offenbach hat vor drei Jahren den Masterplan 2030 initiiert, eine Leitlinie, wie sich die Stadt in den kommenden Jahren entwickeln soll. In Rodgau erachtet man einen solchen Masterplan für die Stadtentwicklung aber als überflüssig – obwohl Rodgau „die Stadt mit der heftigsten Entwicklung in Südhessen ist“, so Heino Reckließ (FDP). Seine Partei lehnte zusammen mit SPD, Grünen und Rodgauer Liste einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion am Montag im Stadtparlament ab.

In wenigen Jahren wird Rodgau mehr als 50.000 Einwohner zählen und damit zur Sonderstatusstadt werden, mit mehr Aufgaben und Rechten als die übrigen kreisangehörigen Kommunen.

Rodgau müsse für alle Einwohner attraktiv bleiben, meinten die Christdemokraten. Man dürfe nicht nur neue Baugebiete wie das riesige geplante Baugebiet Rodgau-West im Blick haben, sondern auch die Altortslagen, die Innenverdichtung, die Stadtteilentwicklung und das Gewerbe.

Sie beantragten deshalb, 50.000 Euro in den Haushalt 2019 einzustellen, damit ein Vertrag mit einem externen Dienstleister abgeschlossen wird, der ein Gesamtkonzept zur Stadtentwicklung erstellt. „Nur wer die übergeordneten Ziele kennt, kann die Etappenziele vorantreiben“, sagte Barbara Unger-Lamprecht (CDU). Und auch Johannes Pickert (ZmB) warnte: „Wer kein Ziel kennt, für den ist jeder Weg der richtige.“

Benjamin Schwarz (Grüne) sah das anders. Er zählte eine ganze Litanei an Konzepten auf, die Rodgau aktuell schon zu beachten habe – etwa den Regionalen Flächennutzungsplan oder die Grünflächenbewirtschafts-, Spielplatzentwicklungs- oder Einzelhandelskonzepte. Einen weiteren Plan zu entwerfen, könne nicht der Königsweg sein. Eine städtebauliches Gesamtkonzept sei viel zu schnell überholt. „2011 hat noch kein Mensch über die Umsetzung des Baugebiets Rodgau-West nachgedacht“, nannte er als Beispiel.

Auch mit ihrem Antrag, im Stellenplan 2019 drei Stellen zu streichen, die für die Entwicklung zur Sonderstatusstadt vorgesehen sind, kam die CDU-Fraktion nicht durch. Man solle sich den Sachverstand doch lieber für 100.000 Euro von außen einkaufen, forderte Heiko Lautenschläger (CDU), musste sich aber von Ralf Kunert (SPD) belehren lassen, es gehe hier um Stellen zur Erfassung von Daten. „Wir müssen Statistiken erstellen für den Bereich Schulen, Kitas, Senioren, Straßen und Energieversorgung. Dann erst können wir uns externe Hilfe holen.“

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