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Das Feuerwehrhaus in Mainhausen und das von Jügesheim werden überflüssig, wenn der neue gemeinsame Standort Rodgau-Mitte gebaut wird.

Rodgau

Neuer Stützpunkt für die Feuerwehr

Die Stadt nimmt fast vier Millionen Euro in die Hand und baut den Stadtteil-Feuerwehren einen neuen, gemeinsamen Stützpunkt "Rodgau Mitte". Er soll auch für die Einheit der Stadtteile stehen.

Von Maurice Farrouh

Mehr als 15 Jahre mussten die Feuerwehrleute in Jügesheim und Hainhausen warten, nun ist es soweit: Die Stadt nimmt fast vier Millionen Euro in die Hand und baut den Stadtteil-Feuerwehren und ihren rund 90 freiwilligen Feuerwehrleuten einen neuen, gemeinsamen Stützpunkt.

Die ersten Baggerbisse sind bereits getan, am Samstag um 17 Uhr ist offizieller Spatenstich. In einem Jahr soll der Neubau an der Weiskircher Straße fertig sein. Er erlöst die Feuerwehr vom Platzmangel, der sie in den vergangenen Jahren an den Rand der Einsatzfähigkeit gebracht hatte. Und die Stadt will mit der Entscheidung, die Wehren in Jügesheim und Hainhausen am neuen Standort "Rodgau Mitte" zusammenzuziehen, auch ein Zeichen gegen Kirchturmdenken und für das Zusammenwachsen der früher unabhängigen Rodgauer Stadtteile setzen.

"Das Feuerwehrhaus ist eines der ersten städtebaulichen Projekte in 30 Jahren, an dem man sieht, dass wir zusammenwachsen", sagt Stadtrat Michael Schüßler (FDP), der im Rathaus als Ordnungsdezernent für die Feuerwehren zuständig ist. Auch die Stadtteil-Wehren in Dudenhofen und Nieder-Roden zieht die Stadt an einem neuen Standort in Nieder-Roden zusammen.

Neben dem symbolische Wert erhofft sich die Stadt auch ganz konkrete Verbesserungen durch die Neubauten. Schüßler lobt die "hochmodernen und funktionalen Zweckbauten", die mehr Platz und bessere Arbeitsbedingungen für die Feuerwehrleute böten. Die Stadt spare durch das Zusammenziehen maroder Standorte erhebliche Betriebskosten, sagt der Stadtrat.

Die alten Gebäude sollen bis auf das Feuerwehrhaus Dudenhofen abgerissen und die Grundstücke vermarktet werden. Für das haus in Dudenhofen will die Stadt Möglichkeiten zur künftigen Nutzung prüfen.

Auch wenn sich die Feuerwehrleute aus Jügesheim und Hainhausen künftig eine Unterkunft teilen, wird es vorerst weiter zwei formal unabhängige Wehren geben. "Die Einsatzabteilungen werden sicher nach und nach zusammenwachsen, auch ohne dass das von oben verordnet wird", sagt Stadtbrandinspektor Andreas Winter. Er hält es für möglich, dass die beiden Wehren binnen zwei oder drei Jahren zu einer verschmelzen. Die Zusammenarbeit isest ja jetzt schon eng, bei Einsätzen, der Ausbildung und gemeinsamen Übungen.

Auch die Leitstelle der Feuerwehr und das Büro des Stadtbrandinspektors sollen aus dem Rathaus in das neue Feuerwehrhaus umziehen. "Das hätte Vorteile, weil ich dann näher bei meinen Mitarbeitern wäre", argumentiert Andreas Winter. Die Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen .

Eine klare Absage erteilt Stadtrat Schüßler jenen, die an einem der freiwerdenden Stützpunkte gern ein "Haus der Vereine" hätten. "Es kann nicht sein, dass wir Feuerwehrstützpunkte zusammenlegen, nur um dann ein marodes Gebäude für viel Geld zu modernisieren und es den Vereinen anzubieten." Wer es mit den Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung ernst meine, müsse "auch mal Nein sagen können", sagt Schüßler. Die Stadt müsse sich angesichts des wachsenden Defizits in den nächsten Jahren auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Beim Feuerwehrhaus in Dudenhofen, das in einem besseren Zustand ist als die anderen Häuser, plädiert Schüßler für eine städtische Nutzung. Eine Nutzung durch Vereine komme nur dann infrage, wenn die Stadt keine andere Verwendung für diese Räume habe - und wenn die neuen Nutzer sich an den Betriebskosten beteiligten.

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