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Der Kreistag hat nach zwölf Jahren Stillstand einen neuen Schulentwicklungsplan für den Kreis Offenbach beschlossen.

Schulen im Kreis Offenbach

Neuer Schulentwicklungsplan für den Kreis Offenbach

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Die Mehrheit im Kreistag verabschiedet den neuen Schulentwicklungsplan für den Kreis Offenbach mit einigen Änderungen - und erntet viel Kritik dafür.

Zwölf Jahre alt war der Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach. Nun gibt es endlich einen neuen – im Kreistag mit der Stimmenmehrheit von SPD und CDU am Mittwoch beschlossen. Zwölf Jahre wird er aber nicht mehr Bestand haben, versprach Landrat Oliver Quilling (CDU) und nannte „eine Halbwertszeit von höchstens fünf Jahren“. Doch die Kritiker, die in vergangenen Sitzungen immer wieder vehement eine Neufassung gefordert hatten, verstummten trotzdem nicht. Sie monierten, die neue Schulbedarfsplanung sei kurzsichtig, lasse Lösungen für Raumnot, Ganztagsbetreuung, Schulsport, Umsetzung der Inklusion und Finanzierung vermissen.

Ein Schulentwicklungsplan sei kein Sammelsurium von Bauplänen, verteidigte sich Quilling. Der Kreistag werde über jedes einzelne Bauvorhaben und die Finanzierung in den kommenden Jahren sowieso beraten.

Die zehn Städte und drei Gemeinden des Landkreises sowie die 86 Schulen konnten in den vergangenen Monaten zu dem Entwurf des Schulentwicklungsplans Stellung nehmen, der am 28. Februar im Kreistag eingebracht wurde. Insgesamt 23 Schulen, zwölf Kommunen, der Gesamtpersonalrat der Lehrer und verschiedene Lehrerverbände nahmen schriftlich Stellung. Die Verwaltung arbeitete daraufhin noch Änderungen ein.

Demnach sind nun in den Kommunen mit hohen Zuzugsraten sechs weitere Vorklassen eingeplant. „Vorsichtshalber“, erklärte der Landrat in der Kreistagsdebatte – obwohl der Schulentwicklungsplan den prognostizierten Zuzug mit vier Prozent mehr Kindern berücksichtigt.

Die aktualisierte und am Mittwoch beschlossene Fassung sieht für Langen eine Prüfung vor, ob die Geschwister-Scholl- und die Ludwig-Erk-Schule durch Umbau oder Umgestaltung erweitert werden können. Die dortige Sonnenblumenschule erhält nach den Sommerferien zunächst einen zweiklassigen Containerbau, genauso wie die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Dietzenbach sowie die Gerhart-Hauptmann- und die Schillerschule in Dreieich. Die Oberstufe an der Dreieicher Weibelfeldschule soll erhalten bleiben, die Beschränkung auf die Mittelstufen wurde gestrichen.
In Heusenstamm soll das fünfzügig konzipierte Adolf-Reichwein-Gymnasium für eine durchgängige Sechszügigkeit weitere Räume erhalten. 

In Rodgau, der am stärksten wachsenden Kommune, wurde eine Schulbezirksänderung für den südlichen Bereich des Ortsteils Hainhausen beschlossen. Demnach wird die Münchhausenschule in diesem Stadtteil zwei zusätzliche Klassenräume in einem Containerbau auf dem Gelände der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule erhalten. Ab 2019/2020 soll in Abstimmung mit den beteiligten Schulen der südliche Bereich des Stadtteils Hainhausen wieder der Carl-Orff-Schule zugeordnet werden. 

Die Georg-Büchner- und die Geschwister-Scholl-Schule können auf der vorhandenen stadteigenen Fläche erweitert werden. An der Claus-von-Stauffenberg-Schule im Stadtteil Dudenhofen soll die Erweiterungsfläche vorsorglich für schulische Zwecke erhalten bleiben.
Es könne immer nur eine Lösung auf Zeit sein Container aufzustellen, sagte Landrat Oliver Quilling. „Wir haben im Kreis elf Containerstandorte, davon sechs, die gerade im Entstehen sind“, erklärte die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU). Man müsse aber zwischen Containern und Modulbauten unterscheiden, die mit einem Festbau zu vergleichen seien.

Die große Koalition lehnte am Mittwoch insgesamt neun Änderungsanträge zum Schulentwicklungsplan ab – allesamt von der Opposition eingebracht.

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