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Bürgermeister Hofmann studiert die Fotos von Sabine Fischer im neuen Schulungsraum.

Rodgau

Medienraum für Jung und Alt

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Das Jugendhaus in Rodgau-Dudenhofen öffnet sich allen Generationen.

Über den dunkelblauen Teppichboden soll sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schon gelaufen sein. Dass der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, die Teppichfliesen im Jugendhaus Dudenhofen bereits zigfach benutzt hat, ist wohl als sicher anzusehen. Denn die Auslegware stammt tatsächlich aus der Vorstandsetage der Deutschen Bank, sieht aber noch aus wie neu. „Und wenn mal eine Fliese kaputt geht oder nicht mehr sauber wird, tauschen wir sie einfach aus. Denn wir haben noch einen ganzen Stapel davon als Reserve“, freut sich Stefan Jaud, Leiter des Fachdienstes soziale Angelegenheiten und Bildung der Stadt Rodgau.

Nur 200 Euro hat Jaud gezahlt für mehrere Dutzend Quadratmeter des hochwertigen Bodenbelags, der von den teuren Banker-Schuhen kaum abgewetzt ist. Ebenso preiswert war jeder einzelne der sechs hochwertigen Schreibtische, die im neuen Schulungsraum des Jugendhauses stehen und die ebenfalls gebraucht sind. „Wir sind mittlerweile gute Ebay-Nutzer geworden“, scherzt Jaud. Denn die Erweiterung der Räumlichkeiten im Jugendhaus um den 36 Quadratmeter großen Schulungsraum hat nur 3000 Euro gekostet. Normalerweise müsse man für die Grundausstattung eines solchen Raumes mehr als das Dreifache ausgeben, so Jaud.

Neue Decke, neue Tische, neuer Fußboden, neue Stühle, Wände gestrichen, Boden begradigt, Installation eines Beamers vorbereitet, Leerrohre verlegt für die Computerkabel, Fenster ausgetauscht: All das für wenig Geld in kurzer Zeit wurde nur möglich, weil viele Beteiligte erfolgreich an einem Strang zogen. „Jugendliche aus dem Projekt 16plus waren mit viel Herzblut dabei“, freute sich Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) gestern bei der Öffentlichen Vorstellung. Das Jugendhaus rücke mit dem neuen Raum auch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit, findet Hofmann. Denn er lockt auch neue Nutzer ins Jugendhaus: Die Volkshochschule (VHS) wird dort Kurse anbieten. Und damit ihrerseits einen Schritt in den Lebensalltag ihrer Nutzer machen.

Gerade mit den EDV-Schulungen, die künftig im Keller des Jugendhauses stattfinden sollen, werde eine ältere Nutzergruppe angesprochen und ins Jugendhaus geführt, so Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Allerdings starten diese Kurse erst Mitte des Jahres, denn um das Budget zu schonen werden die alten Bildschirme der Stadtverwaltung nach Auslaufen der Leasing-Verträge übernommen.

Jutta Schroth-Resch von der VHS ist froh über die neuen Räume, denn gerade für die Vormittagskurse sei es bislang schwierig gewesen, Räume zu finden. Für Fachdienstleiter Jaud ist die neue Kooperation jedenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung auf eine ganztägige Nutzung des Hauses, dessen schrittweiser Umbau bis zum ----Jahresende abgeschlossen sein soll.

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