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Der künftige Bürgermeister von Dreieich, Martin Burlon (links), empfängt die Glückwünsche seines Vorgängers Dieter Zimmer (SPD).

Dreieich

Martin Burlon gelingt Überraschung

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Parteiloser Stadtrat setzt sich in Dreieich gegen drei Kandidaten durch und wird Bürgermeister.

Martin Burlon hatte gestern Abend gut lachen: Knapp 60 Prozent der Dreieicher Wähler haben dem parteilosen Kandidaten wohl schon im ersten Durchgang zum Wahlsieg verholfen. Ausgezählt waren bis Redaktionsschluss 34 von 40 Wahlbezirken. Der 43-Jährige wird neuer Bürgermeister der zweitgrößten Stadt im Kreis Offenbach und damit Nachfolger von Dieter Zimmer (SPD), der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine dritte Amtszeit angetreten war.

Burlon, der seit 2010 das Amt des Ersten Stadtrats ausübt, ist mit seinem erfolgreichen Abschneiden gegen drei weitere Kandidaten eine Überraschung gelungen. Denn die CDU hatte sich Hoffnungen gemacht, mit ihrer Kandidatin, der Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt, wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen und den Rathauschef stellen zu können. Doch nur etwa 25 Prozent der Wähler votierten für die 55-Jährige, die seit 2006 dem Stadtparlament angehört und seit 2016 Stadtverordnetenvorsteherin ist. 

Schmitt verließ das Rathaus vor Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses und vor Eintreffen des Wahlsiegers. Sie sagte, sie habe alles gegeben, um sich mit ihren Kompetenzen den Bürgern zu empfehlen. Burlon, der um 21.35 Uhr ins Rathaus kam, führte seinen Erfolg auf seinen engagierten Wahlkampf und die von ihm angesprochenen Themen Kinderbetreuung, Mobilität und Wohnungsbau zurück. 

Der Dreieicher CDU-Partei- Fraktionsvorsitzende Hartmut Honka, der auch Landtagsabgeordneter ist, sprach von einer Überraschung, dass die Bürgermeisterwahl schon im ersten Durchgang entschieden worden sei. Eine Erklärung für die Wahlniederlage hatte er gestern noch nicht. Schließlich sei die Partei froh gewesen, mit Schmitt eine Kandidatin aus den eigenen Reihen gefunden zu haben. Es sei auffällig, dass zwischen dem Landesergebnis für die CDU in Dreieich und dem Ergebnis der CDU-Kandidatin eine Lücke klaffe. 

Vor der Wahl war spekuliert worden, die Wähler könnten den Ersten Stadtrat dafür abstrafen, dass er im Rathaus Mitverantwortung für das Desaster um das Projekt eines Sport- und Bildungscampus in der Lettkaut getragen habe. Offensichtlich hat das Thema Burlon aber nicht geschadet. 

Es hatten sich vier Kandidaten um das Bürgermeisteramt beworben. Die parteilosen Bewerber Christian Kurz und Thomas Schüller spielten für den Wahlausgang keine Rolle. Sie erhielten zusammen um die 15 Prozent. 

Die SPD, die keinen geeigneten Bewerber gefunden hatte, hatte Burlon wegen dessen kommunalpolitischer Erfahrung unterstützt. Auch FDP und Grüne hatten sich für die Wahl des Stadtrats ausgesprochen. FWG und AfD hatten signalisiert, die CDU-Bewerberin Schmitt unterstützen zu wollen.

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