Rodgau

Letzte Chance auf Ausbildung

Das Projekt 16 plus sucht noch Teilnehmer - die Motivation ist dabei wichtiger als die Schulnoten. 16 Plus soll arbeitslosen Jugendlichen beim Einstieg ins Berufsleben helfen. Die Vermittlungsquote liegt bisher bei 60 bis 70 Prozent.

Wenn die Schule und die Ferien beendet sind und es mit einem Ausbildungsplatz nicht geklappt hat, bleibt jungen Rodgauern noch eine letzte Chance vor dem Dauer-Abhängen: „Rodgau 16 plus“ heißt das Projekt, bei dem Jugendliche ohne Job eine bezahlte Beschäftigung finden.

Das Geld soll aber nicht der Hauptantrieb für die Teilnahme an dem Projekt sein. Ziel ist die Vermittlung in eine Ausbildung oder dauerhafte Beschäftigung.

„Mit einem hohen Grad an Motivation,“ sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD), würden viele Teilnehmer die Chance nutzen, Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Je nach Interesse können sie in einer Kindertagesstätte, im Büro, in einem Handwerkerteam oder beim mobilen Pflegedienst mitarbeiten. Zusätzlich gibt es jede Woche ein Bewerbungstraining, außerdem werden Schulkenntnisse in Deutsch und Mathematik aufgefrischt.

Zurzeit seien einige Plätze im Projekt frei, teilt Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) mit. Von September an hätten einige Teilnehmer eine Ausbildung gefunden. „Es gibt viele Jugendliche, bei denen man die positive Entwicklung während des Projekts verfolgen kann.“ Solche Beispiele würden die Stadt ermutigen, das Projekt fortzuführen – trotz einiger Rückschläge. „Wir können aber nicht jedem helfen.“

15 Plätze stehen zur Verfügung. Die Besetzung wechselt oft kurzfristig: 2009 durchliefen 27 junge Leute das Projekt, fünf davon fanden eine Lehrstelle, drei entschlossen sich zum weiteren Schulbesuch, und ein Teilnehmer erhielt eine Arbeitsstelle.

Sieben Jugendliche hatten bei Vertragsende keine Anschlussbeschäftigung. Im laufenden Jahr wurden bereits sechs Teilnehmer in eine Ausbildung und einer in ein Arbeitsverhältnis vermittelt. Die Vermittlungsquote liegt bei 60 bis 70 Prozent.

Die reguläre Nachfrage der Betreuer nach sechs Monaten habe ergeben, dass die vermittelten Ausbildungsverhältnisse stabil seien. Bewerben können sich Leute von 16 bis 25 Jahren, die keinen Job haben und arbeiten wollen. Sie müssen keine besonderen schulischen Voraussetzungen erfüllen, wichtig ist vor allem die Motivation.

Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds, der Arbeitsagentur und der Stadt finanziert. Von den 300.000 Euro jährlichen Kosten trägt die Stadt rund 75.000 Euro. Rodgau 16 plus sei nicht so sehr eine Frage der Zuständigkeit als der Verantwortung: „Jugendarbeit ist nicht nur Freizeit und Pädagogik, sondern auch elementare Hilfe,“ sagt Schüßler, „und wir als Stadt sind am nächsten an den Jugendlichen dran.“( sia)

Interessenten melden sich unter 06106/693-1236 oder per Mail unter jugendberufsfoerderung@rodgau.de.

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