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Dicker Batzen im Wirtschaftsplan 2009: 1,8 Millionen Euro zahlt Dreieich für die Sprendlinger Querspange Nord.

Querspange Nord

Kosten für Kreuzungsumbau steigen

Für die Querspange Nord hagelt es Kritik: Die Dreieicher Grünen sind entsetzt, weil die Kosten von einer auf 1,4 Millionen Euro schnellen. Und die FDP Neu-Isenburg befürchtet, dass einen sprunghaften Verkehrsanstieg. Von Achim Ritz

Von ACHIM RITZ

An der Ampelanlage auf der neuen Querspange Nord in Dreieich, wo die Autofahrer über die alte B 3 in die Sprendlinger Innenstadt abbiegen können, haben Techniker vier Kameras installiert. "Damit wird aber niemand überwacht", sagt die Sprecherin des Rathauses, Irene Dietz, auf Anfrage. Die über den Fahrbahnen angebrachten Kameras sollen erkennen, wann vor den Ampeln Autos stehen und die Rotphase verkürzen. Diese moderne Technik ersetzt die herkömmlichen Kontaktschleifen im Boden und kommt jetzt erstmals an einer Ampel in Dreieich zum Einsatz.

Im Zusammenhang mit der für Frühjahr geplanten Eröffnung der nördlichen Umgehungsstraße und dem vorgesehenen Umbau der Kreuzung Frankfurter Straße / Rathenaustraße im Süden von Neu-Isenburg gibt es unter anderem Kritik von der Neu-Isenburger FDP. Sie glaubt nicht an die Prognosen, wonach mit der Fertigstellung der Querspange lediglich knapp 30 Prozent mehr Verkehr in die Frankfurter Straße fließen werde. "Per saldo sehen wir durch die Sprendlinger Nordspange keine Entlastung für Neu-Isenburg", sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg Müller.

Er rechnet zwar mit weniger Autos auf der Neuhöfer Straße, aber mit einem erheblichen Plus auf der Frankfurter Straße. Die Liberalen sind außerdem der Ansicht, dass die Dreieicher Verkehrsprobleme auf Kosten von Neu-Isenburg gelöst werden. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Gerhard H. Gräber hat die Summe von 500.000 Euro vor Augen, die Neu-Isenburg für den Kreuzungsumbau Rathenaustraße / Frankfurter Straße zahlen muss, obwohl es in dem mit Dreieich geschlossenen Vertrag heißt, Neu-Isenburg dürften durch die Querspange keine finanziellen Nachteile entstehen.

Bürgermeister Oliver Quilling (CDU) sagt daraufhin, dass sich die Ausgaben auf rund eine halbe Millionen Euro addierten, weil klar gewesen sei, Isenburg übernehme die Planungskosten (140.000), zahle für den Waldausgleich (116.000) und komme für eigene Wünsche und notwendige Arbeiten wie etwa neue Versorgungsleitungen, Lärmschutzwall und den Wendehammer im Pappelweg (250.000) selbst auf.

Die Dreieicher Grünen sind "bestürzt und verärgert", weil die veranschlagten Baukosten für den Knotenpunkt von 955.000 Euro auf jetzt 1,4 Millionen Euro ansteigen. Grünen-Sprecher Roland Kreyscher kritisiert die Baustadträtin Andrea Mühl, weil die Verteuerung bereits seit dem 5. Dezember 2008 bekannt sei, die Stadtverordneten aber erst Mitte Januar davon erfahren hätten.

Er findet es unerträglich, dass an "kleinsten Kleinigkeiten" wie Spiel- und Bastelmaterial in Kitas im Haus Mühl gespart wird", das Geld bei Großprojekten aber mit vollen Händen ausgegeben werde. Einerseits habe es ein zähes Ringen um den rund 570.000 Euro teuren Kunstrasenplatz für Offenthal gegeben, andererseits sollen jetzt en passant 500 000 Euro für die Kostensteigerung Kreuzungsumbau durchgewunken werden. Das Geld werde dringender für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren benötigt, so Kreyscher.

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