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Nicht nur neue Öffnungszeiten sorgen für Freude, bald soll das zweite Kindergartenjahr kostenlos werden.

Rodgau

Kita soll günstiger werden

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Haushaltsloch hin oder her: Die Rodgauer Kooperation aus SPD, Grünen, GDP und Freien Wählern will, dass Eltern ab den Sommerferien auch für das zweite Kindergartenjahr nichts zahlen müssen. Von Christoph Manus

Die Rodgauer Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern will trotz des hohen Defizits im Haushaltsentwurf für 2009 beantragen, dass Eltern schon ab den Sommerferien auch für das zweite Kindergartenjahr keine Gebühren mehr zahlen müssen. "Zur Not würden wir auch ein höheres Defizit in Kauf nehmen", sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Kaiser.

Das dritte Jahr ist bereits kostenfrei. Bisher zahlen die Rodgauer Eltern für ihre Kinder einen Grundbetrag von 75 Euro im Monat für fünf Stunden Betreuung am Tag. Jede zusätzliche Stunde kostet 15 Euro. Dazu kommen 56 Euro im Monat für das Mittagessen.

Mittelfristiges Ziel sei, die Gebühren ganz abzuschaffen, machte Kaiser deutlich. Dazu gehöre in einem weiteren Schritt, auch das Mittagessen in den Kindertagesstätten kostenlos anzubieten. Der Besuch des Kindergartens sei eine Art Vorschulerziehung, sagte Kaiser. "Umso mehr Kinder in den Kindergarten gehen, desto einfacher finden sie sich in der Schule zurecht." Zudem sollte, wenn Schulen kostenfrei sind, das auch für Kindergärten gelten.

Den städtischen Haushalt würde die Gebührenstreichung mit etwas mehr als 400 000 Euro im Jahr belasten, sagt Sozialdezernent Michael Schüßler (FDP). Zum Einnahmeausfall kämen höhere Zuschüsse für die freien Träger, die ja ebenfalls weniger Einnahmen hätten. Trotzdem sei er "uneingeschränkt dafür". Bildung solle Bürgerrecht sein, und Kindertagesstätten seien Bildungseinrichtungen. Zudem sei die Kinderbetreuung ein harter Standortfaktor im Wettbewerb um den Zuzug von jungen Familien und damit auch von Steuerzahlern. Die Befreiung von den Kindergartengebühren könne sich somit mittelfristig rechnen.

Auch CDU-Fraktionschef Clemens Jäger nennt den Vorschlag interessant. Er werde Teil der Haushaltsberatungen seiner Fraktion sein.

Auch im Bereich Öffnungszeiten tut sich etwas. An der Kita 2 an der Freiherr-vom-Stein-Straße in Dudenhofen können Eltern nach den Sommerferien auf Wunsch einzelne Nachmittage buchen. Ihr Kind etwa in einer Woche dienstags und donnerstags betreuen lassen, in der kommenden montags und freitags. Damit kommt die Stadt einem in einer Umfrage unter Eltern geäußerten Wunsch nach, sagt der Leiter der städtischen Jugendabteilung, Johannes Bosten. Die flexible Betreuung wird die Kita zunächst als einjährige Probephase anbieten. In dieser Zeit wird es auch möglich sein, dass Eltern ihre Kinder bis 19 Uhr in der Kita betreuen lassen können, jedoch maximal für zehn Stunden. Dazu werden Tagesmütter einbezogen. Alle städtischen Kindertagesstätten sind von 7 bis 17 Uhr geöffnet.

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