Rödermark

Keine Materialschlacht mehr

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Die Parteien wollen für die Bürgermeisterwahl am 24. März in Rödermark nicht mehr so viel Geld ausgeben wie beim Wahlkampf im Jahr 2017.

Plakate hängen zwar noch nicht, aber die ersten Flyer sind verteilt, und die erste Podiumsdiskussion ging auch schon über die Bühne: In Rödermark nimmt der Kampf um die Nachfolge von Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) Fahrt auf. Der Schlagabtausch zwischen den drei Kandidaten Jörg Rotter (CDU), Andrea Schülner (AL/Grüne) und Karsten Falk wird noch im Unternehmerforum, beim Kunstverein, im Ausländerbeirat, bei der Kolpingfamilie und beim Suppenkochen im Dinjerhof stattfinden.

Formell ist der parteilose Falk erst jetzt als Bewerber für die Wahl am 24. März zugelassen. Das Wahlamt hat die 200 Unterschriften des Unterstützerkreises geprüft, die er am 11. Januar dort abgab. 78 gültige Unterschriften waren für die Zulassung nötig.

Weder SPD noch FDP oder Freie Wähler (FW) haben eigene Kandidaten aufgestellt. „Wir werden keine Wahlempfehlung geben“, sagt SPD-Vorsitzender Hidir Karademir, der es sehr bedauert, dass der Fraktionsvorsitzende Samuel Diekmann diesmal seinen Hut nicht in den Ring geworfen hat. Bei der Bürgermeisterwahl 2017 war er angetreten, doch als mittlerweile alleinerziehender Vater mit drei Kindern sei ihm eine Kandidatur nicht mehr möglich – auch wenn er diese im März vorigen Jahres noch zugesagt hatte. Andere potenzielle Bewerber sahen sich beruflich oder zeitlich außerstande.

„Unsere Mitgliederzahl ist beschränkt, und die geeigneten Kandidaten haben einen Beruf, in dem sie genauso viel verdienen wie ein Bürgermeister, aber weniger Stress haben“, sagt Rüdiger Werner, der stellvertretende FDP-Vorsitzende. Seine Partei unterstützt deshalb den unabhängigen Kandidaten Falk – wie auch die Freien Wähler. Vier Veranstaltungen habe Falk schon hinter sich gebracht, sagt Werner, der wie FW-Vorsitzender Peter Schröder zum Unterstützerkreis des Parteilosen gehört. Man wolle einen sehr sparsamen Wahlkampf führen, sagt Werner und spricht von einem „mittleren vierstelligen Betrag“. Plakate sollten erst nach Fastnacht aufgehängt werden, „sonst gehen wir in den Karnevalsankündigungen unter“.

Auch AL/Grüne wollen weniger Geld ausgeben. „Der letzte Wahlkampf hat deutlich über 30 000 Euro gekostet, jetzt liegt unser Budget bei 15 000 Euro“, sagt Geschäftsführer Eckhard von der Lühe. Trotzdem werde es noch „das eine oder andere Überraschende“ geben – unter anderem Papiertütchen mit Wildblumensamen. Für den Neujahrsempfang am 27. Januar um 11 Uhr in der Kelterscheune hat die Partei die neue hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn gewonnen.

„Wir wollen keine Materialschlacht wie bei der letzten Bürgermeisterwahl, sondern maßvoll plakatieren“, sagt CDU-Vorsitzender Ralph Hartung. Zum eingeplanten Budget will er aber nichts verraten. Der Wahlkampf für Jörg Rotter werde eine bunte Mischung aus Prospekten, Internet- und Facebookauftritt sowie Kandidatenvorstellungen sein. Beim Auftakt am 31. Januar um 18 Uhr in der Halle Urberach werde sich auch ein eigener Unterstützerkreis vorstellen – „und zwar nicht nur CDU-Mitglieder“, sagt Hartung. Als Gastredner spricht Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU).

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