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Eine Umgehungsstraße soll die enge Ortsdurchfahrt von Offenthal entlasten.

Rödermark

Ernüchternde Nachrichten vom Verkehrsminister

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Ein Brief aus Wiesbaden schlägt Wellen: Verkehrsminister Posch (FDP) lehnt eine Untersuchung der K-L-Trasse von Eppertshausen über die Kreisstraße 180 nach Messel ab - ein Ausbau der Straße könnte Urberach nach Fertigstellung der Offenthaler Ortsumfahrung entlasten.

Der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) gibt der Stadt Rödermark keinen Anlass zur Hoffnung auf eine Untersuchung der sogenannten K-L-Trasse. Der Minister bestätigt in seinem auf den 10. Juni datierten, aber erst jetzt veröffentlichten Antwortschreiben auf eine Kleine Anfrage der Rodgauer Landtagsabgeordneten Judith Pauly-Bender (SPD) zwar, „dass durch eine Verbesserung der Straßenverbindung der K-L-Trasse diese geeignet sein könnte, die Mehrbelastung der Ortsdurchfahrt von Rödermark/Urberach aufzunehmen“.

Voraussetzung für eine Untersuchung der Trasse – die alle Rödermärker Fraktionen fordern – sei aber „eine übereinstimmende Willenserklärung“ aller beteiligten Kommunen und Landkreise. Schließlich brächten die geplanten Verkehrsverlagerungen nicht nur eine Entlastung für Urberach, „sondern auch Mehrbelastungen für die Gemeinden Messel und Eppertshausen“. Die Gemeindevertretung von Messel stimmte aber bekanntlich dem Eckpunktepapier zur Straße nicht zu.

Auf die Frage Pauly-Benders, ob die Landesregierung bereit sei, eine Einigung zwischen den Kommunen und Kreisen zu moderieren, heißt es, die Möglichkeiten der Moderation seien ausgeschöpft. Als eine Alternative taucht in Poschs Antwort lediglich eine Ortsumgehung für Urberach auf – allerdings mit dem Hinweis auf ein hohes ökologisches Risiko. „Daraus ergibt sich für das Land Hessen zurzeit kein Planungsauftrag, sodass eine Umsetzung erst langfristig zu erwarten ist.“

„Sehr ernüchternd“ findet SPD-Fraktionschef Armin Lauer die Antworten, „negativer als erwartet“. Sie machten keinen Mut auf Unterstützung aus Wiesbaden. Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) habe die Stadtverordneten im Glauben gelassen, die Vereinbarung mit den Nachbargemeinden bekomme man schon hin, kritisiert Lauer. Angesichts der Antworten Poschs frage er sich, woher Kern seinen Optimismus nehme, welche Möglichkeiten er nach dem Scheitern der Klage Rödermarks gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Ortsumfahrung Offenthal noch sehe. Lauer plädiert dafür, das Feld trotz aller Rückschläge nicht kampflos zu räumen. Er fordert allerdings, dass Kern, vor einer Entscheidung, Klage gegen die Nichtzulassung der Revision einzulegen, die Stadtverordneten über alle Risiken informiert. Dieser habe versäumt, sie über die Gefahr, dass das Gericht die Klage als verfristet ablehnt, zu informieren, sagt Lauer.

AL-Fraktionschef Stefan Gerl sagte, die Stadt müsse trotzdem weiter dafür kämpfen, dass der Verkehrsminister seine Meinung ändert. Es sei wichtig, die Bedenken der Messeler ernstzunehmen und zu versuchen, die Probleme zu lösen. Gerl verteidigte Kern gegen die Kritik der SPD. Bis März habe man davon ausgehen müssen, dass alle Kommunen an der Moderation teilnehmen. Kern habe zudem alles transparent gehandhabt.

Erster Stadtrat Alexander Sturm (CDU) zeigte sich verwundert, dass der Minister erkannt habe, dass es eine Mehrbelastung für Urberach gibt, aber keine Lösung biete. Es verstärke sich bei ihm der Eindruck, dass das Ministerium im Grunde keine Alternative wolle. Bürgermeister Kern war wegen Urlaubs nicht zu erreichen.

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