+
Die Errichtung eines neuen "Bildungshauses" auf dem Gelände des Dietzenbacher Jugendzentrums ist aus Sicht der Stadtverwaltung dringend geboten, wenn die Stadt Dietzenbach nicht in absehbarer Zeit in eine unkontrollierbare Schieflage geraten will. Das hat der Leiter des Fachbereichs Soziale Dienste, Walter Fontaine, vor einem Sonderausschuss der Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema betont.

Dietzenbach

Bildungshaus statt Jugendzentrum

Enorme Kosten würde eine Sanierung des Dietzenbacher Jugendzentrums verschlingen - deshalb wirbt Walter Fontaine für einen Neubau. Der käme allen Altersgruppen zugute. Von M. Farrouh

Von Maurice Farrouh

Die Errichtung eines neuen "Bildungshauses" auf dem Gelände des Jugendzentrums ist aus Sicht der Stadtverwaltung dringend geboten, wenn die Stadt Dietzenbach nicht in absehbarer Zeit in eine unkontrollierbare Schieflage geraten will.

Das hat der Leiter des Fachbereichs Soziale Dienste, Walter Fontaine, vor einem Sonderausschuss der Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema betont.

"Wir müssen in die Bildung unserer Mitbürger investieren", sagte Fontaine. Das Konzept sieht vor, das marode Jugendzentrum an der Rodgaustraße abzureißen und durch ein modernes "Bildungshaus" für alle Altersgruppen zu ersetzen.

Schon unter dem früheren Bürgermeister Stephan Gieseler war das Großprojekt einmal im Gespräch gewesen, dann aber wegen immer höher werdender Kosten in der Schublade verschwunden. Laut dem aktuellen Entwurf der Verwaltung soll das Zentrum zweieinhalb Millionen Euro kosten. Es soll unter anderem Platz bieten für Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe, Streetworkerbüro Proberäume und ein Tonstudio für Bands sowie pädagogische Musikprojekte.

Sprachkurse und Workshops

Um die Politiker von dem Konzept zu überzeugen, hatte Fontaine nicht nur Fachleute aus der Verwaltung und von der Nassauischen Heimstätte, sondern auch den in Dietzenbach aufgewachsenen Musiker Leon Taylor ins Bürgerhaus mitgebracht. "Bei Musikworkshops begegnen sich Menschen aus allen sozialen Schichten. Nichts bringt die Menschen so sehr zusammen wie Musik", sagte der 26-jährige Sänger und Songschreiber.

Auch die neue Integrationsbeauftragte Sonja Hoffmann schloss sich dem Appell für das Bildungshaus an. "Es gibt sehr viel Engagement in der Bevölkerung, um Bildung und Integration voranzubringen. Aber dafür brauchen wir Raum", so Hoffmann.

Das alte Jugendzentrum aus den 70er Jahren ist aus Sicht der Verwaltung nicht sanierungsfähig. "In den vergangenen drei Jahren waren 20.000 Euro nötig, um das Dach abzudichten", so Fontaine. Hinzu kämen durch die fehlende Isolierung jährliche Heizkosten von mehr als 26.000 Euro im Jahr.

Die Fraktionen hielten sich am Freitag weitgehend bedeckt darüber, ob sie das Projekt billigen werden. Harald Nalbach (Freie Wähler) sagte, die Projekte seien zwar sinnvoll, aber es fehle an Geld. Heiner Kuse (FDP) hielt dem entgegen, für die Schwimmbadsanierung sei auch Geld dagewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare