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Mehr als 90 Prozent der Rodgauer Haushalte sollten im Zuge der Abfallumstellung zunächst ungefragt eine 120-Liter-Restmülltonne erhalten. Dies geht nach Angaben der Rodgauer Kooperation von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern aus Unterlagen hervor, die der Akteneinsichtsausschuss zum Thema Müll gesichtet hat.

Rodgau

Akteneinsichtsausschuss zum Abfall

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Rätselhafte 60-Liter-Tonnen: Aus den bisher gesichteten Akten ist nicht ersichtlich, warum die Stadt auf die vielfach gewünschte Mülleimergröße verzichtet hat. Von Christoph Manus

Mehr als 90 Prozent der Rodgauer Haushalte sollten im Zuge der Abfallumstellung zunächst ungefragt eine 120-Liter-Restmülltonne erhalten. Dies geht nach Angaben der Rodgauer Kooperation von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern aus Unterlagen hervor, die der Akteneinsichtsausschuss zum Thema Müll gesichtet hat.

Nahezu die Hälfte aller Nutzer entschied sich jedoch für die von der Ersten Stadträtin Hildegard Ripper (CDU) zunächst nicht vorgesehene 60-Liter-Tonne. "Dadurch wurden Tausende von überflüssigen - und teuren - Tauschvorgängen ausgelöst", kritisiert die Kooperation. "Und bei den Stadtwerken türmt sich bis heute eine Tonnenhalde nicht benötigter 120-Liter-Gefäße auf, deren Lagerung auch wieder kostenträchtig ist."

Aus den bisher gesichteten Akten sei nicht ersichtlich, welchen Grund es damals für den Verzicht auf die von der Parlamentsmehrheit geforderte 60-Liter-Tonne gegeben habe, sagte der Ausschussvorsitzende Werner Kremeier (Grüne) der Frankfurter Rundschau. In einer Variante der Abfallsatzung sei sie plötzlich gestrichen gewesen. Eine Aktennotiz habe man nicht gefunden.

Die falsche Einschätzung von Ripper zur gewünschten Tonnengröße belegt für die Kooperation deren Bürgerferne. Sie sei zudem beratungsresistent. Die Vierer-Kooperation hatte im Februar im Stadtparlament versucht, die Dezernentin abzuwählen. Sie scheiterte dabei an der dazu nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit.

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