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Schloss Blücher ist Teil der Anlage Land Fleesensee.

Kreis Offenbach

Abschied von Fleesensee

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Der neue Landrat Oliver Quilling will die Beteiligung des Kreises am Ferienressort Fleesensee verkaufen. Die umstrittene Investition in Ostdeutschland gehört zu den umstrittensten Projekten seines Vorgängers.

Der Kreis Offenbach will seine Beteiligung an der Ferienanlage Fleesensee (Mecklenburg-Vorpommern), die er über die Kreisversorgungsbeteiligungsgesellschaft hält, verkaufen.

Das habe er am Dienstag Vertretern der Fleesensee GmbH & Co. KG mitgeteilt, berichtete der neue Landrat Oliver Quilling (CDU) im Kreistag. Nun machten sich beide Seiten Gedanken, wie eine einvernehmliche Trennung stattfinden könne.

Wegen Bindungsfristen kann der Kreis die Beteiligung in diesem Jahr erst mit Wirkung Ende 2011 kündigen. Es sei ein klarer politischer Wille erkennbar, die Anlage vermögensschonend, aber so schnell wie möglich zu verkaufen, sagte Quilling nach der Sitzung. Ziel des Kreisausschusses sei es auch, sich von der Beteiligung an einem Immobilienfonds, der Wohnungen in Glienicke bei Berlin besitzt, zu trennen. Fleesensee habe aber Priorität, sagte Quilling.

Der Kreis hat sich mit Geld, das er vor rund zehn Jahren beim Verkauf seiner Anteile an der Energieversorgung Offenbach erzielte, an der Anlage Fleesensee (8 Millionen Euro) und in Glienicke (13,4 Millionen) beteiligt. Nach Zahlen, die der jüngst aus dem Amt geschiedene Landrat Peter Walter (CDU) Ende Januar vorlegte, ist der Wert der Beteiligungen allerdings um jeweils 1,5 Millionen Euro gesunken.

Opposition fürchtet Totalverlust

Nach Ansicht der Oppositionsfraktionen von Grünen, FDP und FWG droht sogar ein Totalverlust in Fleesensee und Glienicke. Sie forderten in den vergangenen Jahren immer wieder, der Kreis solle die Beteiligungen verkaufen und beklagten mangelnde Transparenz.

Quilling kündigte jetzt im Haupt- und Finanzausschuss an, der Kreisausschuss werde Informationen über die Gesellschaften, die öffentlich gemacht werden könnten, auch veröffentlichen. Er habe den Regierungspräsidenten um rechtliche Prüfung gebeten, welche Informationen er weitergeben dürfe.

Der neue Landrat stellte zudem in Aussicht, die Fraktionsvorsitzenden in nicht öffentlichen Treffen über die weiteren Schritte zum Verkauf der Beteiligungen zu unterrichten. Grüne, FWG und FDP zogen daraufhin einen Antrag zu dem Thema zurück.

In den vergangenen Wochen habe es wohl ein Umdenken gegeben, sagte Grünen-Fraktionschef Reimund Butz gestern der FR. Das sei auch sinnvoll. Man nehme das Angebot, in der fraktionenübergreifenden Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, an, schon um weiteren Schaden vom Kreis Offenbach abzuwenden.

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