Fahrstunden für Migranten und Ältere

Dietzenbach Gründerin Charlotte Rothman über die Ziele der Gerhard-Krieger-Stiftung

Frau Rothman, die von Ihnen und Christiane Krieger gegründete Stiftung will Dietzenbacher Migranten mit wenig Geld und älteren Menschen, denen es an Fahrpraxis mangelt, die Fahrstunden bezahlen. Wieso?

Weil das die Personengruppe war, um die sich der Dietzenbacher Fahrlehrer Gerhard Krieger besonders bemüht hat. An ihn würden wir gerne erinnern. In der heutigen Zeit ist es zudem immer wichtiger, dass man mobil ist. Mit einem Führerschein kann man auch eher einen Job annehmen. Es wird aber nur ein Zuschuss sein. Die ganze Ausbildung können wir nicht finanzieren.

Was war Herr Krieger für ein Mensch?

Er war Fahrlehrer mit Leib und Seele und konnte sehr gut mit Menschen aus unterschiedlichen Nationen umgehen. 1994 hat er eine Filiale im Brückwiesenweg, also im Spessartviertel, eröffnet. Später hat er seinen Schwerpunkt ganz dorthin verlegt. Er hat auch die "schwierigen Fälle" übernommen und die haben bei ihm den Führerschein geschafft - weil er so eine Engelsgeduld hatte. Seine Ideale und Ziele wollen wir weiter verfolgen.

Wie hoch soll der Zuschuss sein?

Wir dachten erst mal an 200 bis 300 Euro. Es kommt auf die Menge an, die sich bei uns meldet. Wir haben für das erste Jahr 15 000 Euro zur Verfügung. Wenn die Nachfrage geringer ist, als wir denken, könnte der Zuschuss also auch größer sein.

War es schwierig, die Aufsichtsbehörden von dem ungewöhnlichen Stiftungszweck zu überzeugen?

Schwierig war es mit dem Finanzamt. Ich habe monatelang gekämpft, sie zu überzeugen, dass wir keine Wirtschaftsförderung für Fahrschulen in Dietzenbach betreiben wollen.

Sie wollen auch eine Lesehilfe für Migranten anbieten. Was heißt das genau?

Das soll eine Art Nachhilfeunterricht für ausländische Mitbürger sein, die Schwierigkeiten haben, die Fragebögen zur schriftlichen Führerschein-Prüfung zu verstehen, weil die in einem Amtsdeutsch verfasst sind. Das hat auch Herr Krieger sonntags in seiner Fahrschule im Spessartviertel angeboten.

Interview: Christoph Manus

Die Stiftung stellt sich am Samstag,

31. Januar, 16 Uhr, im Steinberger Haus des Lebens, Limesstraße 4, vor.

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