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Die Geschäftsführer des Rodizio bringen die Boxen mit dem warmen Essen. 

Dietzenbach

Essen für die Corona-Helden in Dietzenbach

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Was tun mit dem Essen, wenn keiner mehr ins Restaurant kommt? Die Geschäftsführer eines Restaurant in Egelsbach haben eine Idee.

Antipasti, Reis, Kartoffel, Hühnergeschnetzeltes und Schweinebraten – das alles ist den Mitarbeitern des Gefahrenabwehrzentrums in Dietzenbach am Montagnachmittag gespendet worden. Das Catering kam vom Restaurant „Rodizio“ am Flugplatz Egelsbach. Frederick Schäfer, Geschäftsführer der Rodizio Holding Gruppe, und Armin Kuster, Geschäftsführer des Egelsbacher Lokals, lieferten die Speisen für „rund 30 Hungrige“ in zwei großen Warmhalteboxen an.

Seit vergangenen Dienstag ist das Rodizio in Egelsbach geschlossen – und macht wie alle anderen bundesdeutschen Standorte des Unternehmens vor dem 19. April auch nicht mehr auf. „Wir hatten aber noch einen hohen Warenbestand“, sagte Schäfer. Heißt: Kühlhaus und Lager waren noch voll.

Wegwerfen war für ihn keine Lösung, Verkaufen war nicht möglich, und auch Spenden an die Tafel konnten nur bedingt realisiert werden. „Wir hatten recht viele Produkte, die wir der Tafel nicht geben konnten“, sagte Schäfer, und nannte beispielsweise einen Fünf-Liter-Eimer Salatdressing. „Die Tafeln können mit solchen Großverbraucher-Gebinden nichts anfangen“, erklärte er. Das Hühnchenfleisch konnte wegen des Auftauprozesses nicht eingefroren werden, so Kuster.

Caterings für die Hilfsorganisationen

Als Schäfer sich auf Corona testen ließ, kam ihm die Idee des Caterings an die Hilfsorganisationen. „Ich war um 21.30 Uhr in der Corona-Teststation. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin fragte mich, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn sie kurz eine Pause machen würde. Sie war seit 13 Uhr im Einsatz und hatte noch nichts gegessen.“

Da die Köche des Restaurants noch angestellt sind, aber jetzt nichts mehr zu tun haben und „der Laden auch schon dreimal geputzt ist“, so Kuster, freuten sie sich über die Aufgabe, in ihrem Restaurant das Essen für das Gefahrenabwehrzentrum zu kochen. In den Gebäuden an der Gottlieb-Daimler-Straße sind unter anderem Rettungsdienst, Katastrophenschutz, staatliche Notfallvorsorge und Gefahrgutüberwachung untergebracht.

Die Essenslieferung an die Helfer, die in der Corona-Krise am Limit arbeiten, war beispielgebend und vorbildhaft, der Medienauflauf war es allerdings weniger und sorgte vor Ort auch für Diskussionen. Fotografen und Fernsehreporter mussten das Gelände verlassen, konnten nur vor den Toren des Gefahrenabwehrzentrums fotografieren oder drehen. In einer Zeit, in der ein Kontaktverbot für alle gelte, sei dieser Medienrummel „bar jeder Vernunft“, so Ursula Luh von der Pressestelle des Kreises Offenbach. Dem Kreis sei nicht bekannt gewesen, dass die beiden Geschäftsführer „die Presse mitbringen“.

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