Dietzenbach

Erwachsene Helfer gesucht

Die Freiwillige Feuerwehr wirbt beim Tag der offenen Tür um Unterstützer

Der rote VW Polo hat seine besten Tage zweifellos hinter sich. Dennoch kommt er am Samstagnachmittag noch ein vermutlich letztes Mal groß raus. Sichtlich beeindruckt schauen die Besucherinnen und Besucher auf dem Platz der Feuerwache dabei zu, wie Jörg Ebert die Karosse mit einer hydraulischen Rettungsschere zerlegt. A- und B-Säule des Autos knicken scheinbar widerstandlos, als der Hauptfeuerwehrmann mit dem Werkzeug ansetzt.

„So kann man Menschen aus einem Unfallwagen bergen“, erklärt Ebert, der seit 29 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Dietzenbach ist. Neben dem roten Polo, den die Dietzenbacher Feuerwehr vom Schrottplatz ausgeliehen hat, stellt die Freiwillige Feuerwehr bei ihrem Tag der Offenen Tür zahlreiche andere ihrer Trainings- und Arbeitsgeräte aus.

So etwa einen Brandcontainer, der mit Sofa und Küchenzeile eingerichtet ist und der an diesem Tag zweimal komplett in Flammen aufgeht und gelöscht wird. Außerdem haben die Kollegen von der Frankfurter Feuerwehr ein Lösch-Unterstützungsfahrzeug mitgebracht, das unbemannt per Fernsteuerung etwa Brände in Tiefgaragen löschen kann. Mit dem Tag der offenen Tür wollen sich die momentan 75 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer in Dietzenbach jedoch nicht nur selbst feiern. Das Fest soll auch Lust auf mehr machen, sagt Daniel Franzinelli: „Wir würden uns über Verstärkung freuen.“

Wie der Stellvertretende Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr angibt, sind die Kinder- und Jugendfeuerwehr zwar voll besetzt und hätten sogar eine Warteliste. Junge Erwachsene ab17 Jahren gebe es hingegen eher zu wenig. „In diesem Alter sind Schule und Ausbildung oft wichtiger als ein Ehrenamt.“ Dabei halte sich der zeitliche Aufwand für die Freiwilligen in Maßen, findet Franzinelli: „In der Ausbildungsphase muss man etwa zwei Stunden pro Woche zum jeweiligen Lehrgang, danach sind die festen Termine sporadisch.“

Die Einsätze, zu denen die Dietzenbacher Feuerwehr jährlich ausrücken muss, beziffert Franzinelli zwar auf 350, allerdings bedeute das nicht, dass jeder Freiwillige im Schnitt täglich angefunkt würde. „Dennoch muss man sich damit begnügen, für die Arbeit allenfalls Dank und Anerkennung zu bekommen“, sagt der stellvertretende Stadtbrandinspektor. (jer)

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